Jugendforschung / Jugendsozialarbeit

Demografie-Gewinner: Gilt das für alle jungen Menschen?

Eine junge Frau und ein alter Mann im Rollstuhl
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Generation „Glück-Gehabt“, „Geburtenknick“ oder „Demografie-Gewinner“ könnte die heutige Generation junger Menschen heißen, wenn man die Ergebnisse und die daraus erfolgten Einschätzungen in der vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) am 21. Mai veröffentlichten Studie „Die Kinder der Babyboomer?“ liest. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit hat zur Studie einen Kommentar verfasst, den wir hier wiedergeben.

Die Autoren der Studie haben sich für die Bezeichnung „Die knappe Generation“ entschieden. Denn die Generation der um 1990 Geborenen umfasst nur halb so viele Menschen wie die ihrer Eltern, der Babyboomer. Sie wird zwar eine hohe Belastung als BeitragszahlerInnen in den Sozialsystemen zu schultern haben. Dennoch kann sie laut den Autoren der Studie optimistisch in die Zukunft blicken und wird von der demografischen Entwicklung materiell profitieren. Allerdings stellen die Autoren auch fest: „Gute Bildung, lebenslanges Lernen, hartes Arbeiten und Wettbewerb sind für die knappe Generation selbstverständlich. Mit diesen Einstellungen ist sie auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt bestens vorbereitet“ (Pressemeldung des DIA vom 21.05.2012).

Aber es gibt nicht automatisch nur Demografie-Gewinner in dieser Generation! „Junge Menschen, die auf eine besondere Förderung angewiesen sind, um die Schritte in ein selbstständiges Leben und die Integration in die Arbeitswelt zu schaffen, können in dieser Entwicklung schnell zu Verlierern werden,“ sagt Michael Fähndrich, Geschäftsführer der BAG EJSA. Durch den Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt könne der demografische Wandel die Chancen für benachteiligte Jugendliche erhöhen. Es bestehe jedoch auch das Risiko, dass sie „abgehängt“ werden, wenn bisher bestehende Förderangebote wegfallen. „Um auch benachteiligten Jugendlichen aus dieser in der Studie beschriebenen Generation echte Zukunftschancen zu eröffnen, brauchen sie gerade jetzt ganzheitliche, an den jeweiligen Bedarf anknüpfende und verlässliche Förderangebote in der Jugendsozialarbeit“, so Michael Fähndrich, „denn die Aufgabe der beruflichen Integration von jungen benachteiligten Menschen erledigt sich nicht allein durch die aktuelle demografische Entwicklung.“

Die BAG EJSA befasst sich im Rahmen ihres Jahresthemas 2012 mit den Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf junge benachteiligte Menschen und den notwendigen Konsequenzen daraus für die Jugendsozialarbeit, die Jugendpolitik, die Bildungspolitik und die Wirtschaft.

Mehr Informationen zur Studie „Die Kinder der Babyboomer?“ finden Sie hier: www.dia-vorsorge.de

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA)