Jugendforschung

Aufklärung: US-Teenager nutzen SMS-Dienste

Ein Jugendlicher telefoniert mit dem Handy
Bild: © Yuri Arcurs - Fotolia.com

Um die Fragen neugieriger US-Teenager um sexuelle Aufklärung zu beantworten, sind einige Initiativen mittlerweile auf die digitalen Medien ausgewichen, wie die New York Times berichtet. So können die Jugendlichen ihre Fragen zum Beispiel per SMS stellen - die Antwort kommt nur wenig später direkt auf das eigene Handy.

Gerade in den USA ist Aufklärung in der Schule ein schwieriges, fast tabuisiertes Thema: In gerade einmal 13 Bundesstaaten sind Lehrer überhaupt dazu verpflichtet, Fragen zu Sexualität medizinisch korrekt zu beantworten. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist der Aufklärungsunterricht zudem Teil des Lehrplans, bei dem schnell gekürzt wird.

ICYC (http://plannedparenthood.org) heißt einer der Dienste, die sich auf SMS-Services spezialisiert haben. Die Fragen können diskret und schnell beantwortet werden. Teenager kommen zu Informationen, gleichzeitig wird ihre Privatsphäre gewahrt. Zudem sind die Dienste ein günstiger Weg, um Jugendliche aufzuklären.

Web-Recherche keine Lösung

Gerade bei heiklen Themen sehen heute viele das Netz als weitaus idealeren Ort zur Wissensvermittlung als das Klassenzimmer. In den vergangenen Jahren sind deshalb immer mehr Schulbezirke auf digitale Aufklärung umgestiegen. "Wenn wir junge Menschen fragen, wie sie zu Informationen über Sex kommen, sagen sie: Wir googlen!", so Deb Levine, Geschäftsführerin von ISIS Inc. (http://isis-inc.org), eine kalifornische Non-Profit-Organisation, die SMS-Aufklärung anbietet und sich um eine Verbesserung der Informationslage bemüht.

"Das Problem liegt darin, dass viele bei Internetrecherchen oft nicht die richtigen Antworten bekommen." Doch auch die SMS-Services haben ihre Schwachstellen: Anders als in der Schule gelten für die digitalen Services keine Richtlinien, die Inhalte sind an keine unabhängigen Standards gebunden. Wie gut die Informationen sind, die man bekommt, ist somit vom jeweiligen Anbieter abhängig. Abstinenz-Verfechter kritisieren die Dienste ohnehin: Man gehe davon aus, dass Sex bei Teenagern die Norm wäre - Alternativen würden nicht einmal angedacht.

Quelle: pressetext.redaktion