Familienforschung

Repräsentative Studie: Zwischen Kinderbetreuung und Unterstützung der Eltern

Mutter und Kind betrachten gemeinsam etwas.

Die Studie "Frauen der Sandwich-Generation" des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt, Mütter übernehmen den Großteil der Familienarbeit und passen ihre Berufstätigkeit an.

Die Befragung "Frauen der Sandwich-Generation" (PDF-Datei, 7,9 MB) zeigt, dass Frauen den größeren Teil bei der Hausarbeit und der Betreuung und Unterstützung der Kinder schultern: 2/3 der befragten Frauen übernehmen nach eigener Einschätzung und Einschätzung der Männer den Großteil oder die komplette Familienarbeit.

Bezogen auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verdeutlichen die Ergebnisse, dass es in erster Linie die Frauen sind, die ihre berufliche Tätigkeit an die Anforderungen des Familienlebens anpassen. 63 % der Frauen geben an, ihre berufliche Tätigkeit ganz oder teilweise aufgegeben zu haben, um sich auf ihre Kinder einzustellen, wohingegen dies nur 8 % der Männer tun. Beruflich nichts verändert, um sich auf die eigenen Kinder einzustellen, haben nach eigenen Angaben 17 % der Frauen und 58 % der Männer.

Bei Betrachtung des Umfangs der Berufstätigkeit zeigt sich, dass rund die Hälfte der 40- bis 59-jährigen Mütter mit Kindern im Haushalt Teilzeit bzw. stundenweise arbeitet, 30 % Vollzeit und 22 % nicht berufstätig sind. Väter, deren Kinder noch zu Hause wohnen, sind zu 89 %, kinderlose Frauen in dieser Altersgruppe zu 76 % vollzeiterwerbstätig.

Breite Unterstützung auch für die Elterngeneration

Das Thema Unterstützung der Eltern bzw. Schwiegereltern beschäftigt Frauen in dieser Altersgruppe sehr. Spätestens ab Mitte 40 werden verbreitet Belastungen durch Eltern bzw. Schwiegereltern befürchtet. Rund jede zweite Frau dieser Altersgruppe befindet sich im "Sandwich" zwischen den Generationen: Sie haben Kinder, die noch zu Hause wohnen oder sich in Ausbildung befinden und leisten zugleich Unterstützung für die Eltern bzw. Schwiegereltern.
82 % der Frauen, die eine/n pflegebedürftige/n Angehörige/n haben, geben an, diesen selbst zu pflegen. Bei den Männern sind dies 64 %. Vor allem die körperliche Pflege von Angehörigen ist in Deutschland nach wie vor in der Regel Frauensache. Männer leisten pflegebedürftigen Angehörigen hingegen häufiger Hilfe beim Gehen.
Mehr als jede zweite Frau fühlt sich durch die Pflege psychisch stark oder sehr stark belastet. Der Grad der psychischen Belastung nimmt dabei mit dem zeitlichen Umfang der Pflege zu.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist in dieser Altersgruppe nicht die Ausnahme, sondern die Regel: Drei Viertel der pflegenden Frauen sind berufstätig, jede Dritte von ihnen hat sogar einen Vollzeitjob.

Für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege wird in erster Linie der Staat in der Pflicht gesehen. So wünschen sich 64 % der befragten Frauen den Abbau bürokratischer Hürden bei der Beantragung von Pflegestufen. Auch eine bessere Berücksichtigung der Pflege bei der späteren Rente (59 %) sowie eine stärkere finanzielle Unterstützung für Haushaltshilfen (52 %) werden von einer Mehrheit gefordert. Dagegen drängen nur 28 % der Frauen darauf, dass ihr Arbeitgeber es ihnen erleichtert, Beruf und Pflege zu vereinbaren.

Hintergrundinformationen

Die Umfrage "Frauen der Sandwich-Generation" wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Zeitschrift "Bild der Frau" durchgeführt. Befragt wurden 689 Frauen im Alter von 40 bis 59 Jahren sowie 371 altersgleiche Männer.

Quelle: Kompetenzzentrum Beruf und Familie / FaFo FamilienForschung Baden-Württemberg (FaFo BW) vom 08.06.2015

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