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Familienforschung

Nichteheliche Kinder im Südwesten: Anteil innerhalb von 15 Jahren verdoppelt

Mutter und Kind betrachten gemeinsam etwas.

In Baden-Württemberg sind im vergangenen Jahr 89 477 Kinder geboren worden. Davon waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 21 042 Kinder oder 23,5 Prozent, deren Eltern zum Zeitpunkt ihrer Geburt nicht miteinander verheiratet waren.

Der Anteil nichtehelicher Kinder ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und hat sich innerhalb von 15 Jahren verdoppelt.

Verglichen mit den anderen Ländern hat Baden-Württemberg allerdings weiterhin den geringsten Wert. Die höchsten Anteile an nichtehelichen Geburten gibt es in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, in denen jeweils annähernd zwei von drei Kindern von nicht verheirateten Frauen geboren werden.

Der Trend hin zu einer immer höheren »Nichtehelichenquote« ist darauf zurückzuführen, dass neben der Ehe auch andere Lebensformen stetig an Bedeutung gewinnen. So ist derzeit in Baden-Württemberg nur rund die Hälfte der 30- bis 40-Jährigen verheiratet, 1980 lag dieser Anteil noch bei annähernd 80 Prozent. Entscheidend für diese Entwicklung dürfte unter anderem die zunehmende Erwerbsbeteiligung und Qualifizierung der Frauen sein.

Beim Anteil der Geborenen von nicht verheirateten Paaren gibt es innerhalb des Landes deutliche Unterschiede. Spitzenreiter war im vergangenen Jahr wiederum der Stadtkreis Freiburg im Breisgau, in dem knapp 36 Prozent der Eltern bei der Geburt ihres Kindes nicht verheiratet waren. Dagegen lag dieser Anteil im Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Böblingen nur etwa halb so hoch.

Bereits 1990 hatte der Landkreis Böblingen mit den geringsten, die Stadt Freiburg im Breisgau die mit Abstand höchste »Nichtehelichenquote«. Allerdings haben sich seither die regionalen Unterschiede erheblich verringert: Noch 1990 betrug der Anteil nichtehelicher Kinder im Landkreis Böblingen nur etwas mehr als ein Viertel des Wertes von Freiburg im Breisgau.

Die Verringerung der regionalen Unterschiede kann als Angleichung der Lebensstile insbesondere zwischen Stadt und Land interpretiert werden. Diese tendenzielle Anpassung ist wohl nicht zuletzt auf die starken Umzugsaktivitäten der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten zurückzuführen. Ein eindeutiges »Stadt-Land-Gefälle« ist nicht mehr zu beobachten, auch wenn Kinder von nichtverheirateten Frauen in den meisten Kreisen mit Hochschulstandorten, aber auch im badischen Landesteil überrepräsentiert sind.

Darüber hinaus ist auffällig, dass der Anteil der nichtehelich Geborenen in den meisten Kreisen, in denen die Erwerbsbeteiligung der Frauen relativ nahe an die der Männer heranreicht, tendenziell größer ist als in Kreisen, in denen die Erwerbsquote der Frauen deutlich unter der der Männer liegt. Schließlich zeigt sich auch ein gewisser positiver Zusammenhang zwischen dem Anteil nichtehelich Geborener und dem Anteil der Akademikerinnen an allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 06.12.2013