Familienforschung

Neuer Report »Familien in Baden-Württemberg« erschienen

Eine Großfamilie am Zaun
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Die Familien-Forschung Baden-Württemberg hat im Auftrag des Sozialministeriums eine neue Online-Ausgabe des Reports Familien in Baden-Württemberg herausgegeben. Das Thema der aktuellen Ausgabe lautet "Generationenbeziehungen: Kinder – Eltern – Großeltern".

Der Report zeigt, dass die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern unterschiedlicher Generationen in Baden-Württemberg eng sind. Zwar wohnen die Generationen nur sehr selten in einem Haushalt zusammen, allerdings wird wechselseitige Unterstützung groß geschrieben. Großeltern helfen zum Beispiel bei der Enkelkindbetreuung oder leisten finanzielle Transfers an ihre erwachsenen Kindern. Die jüngere Generation hilft wiederum der ältern sowohl im Alltag als auch bei Pflegebedürftigkeit. Zudem findet der Kontakt zwischen den Generationen nicht nur innerhalb einer Familie statt, sondern auch familienübergreifend zum Beispiel in Mehrgenerationenhäusern.

Familiale Generationenbeziehungen finden heutzutage meist über die Haushaltsgrenzen statt. Nach Ergebnissen des Mikrozensus 2010 leben in weniger als 1 Prozent der Privathaushalte in Baden-Württemberg drei und mehr Generationen zusammen in einem Haushalt. Gleichzeitig wohnen die Familienmitglieder sehr nahe beieinander. Analysen des Beziehungs- und Familienpanels pairfam zeigen, dass fast die Hälfte (47 Prozent) der Erwachsenen mit eigenen Kindern in Baden-Württemberg maximal 10 Minuten von den Eltern oder Schwiegereltern entfernt lebt.

Die Generationen wohnen nicht nur nahe beieinander, sondern sind sich auch emotional eng verbunden und unterstützen sich wechselseitig. So helfen über zwei Drittel (68 Proezent) der Personen mit Kindern in Baden-Württemberg den eigenen Eltern im Alltag. Auch im Falle von Pflegebedürftigkeit können sich die meisten Menschen auf ihre Familienangehörigen verlassen. Daneben sind finanzielle Transfers vor allem von der älteren zur jüngeren Generation ein wichtiger Bestandteil der Generationenbeziehungen. So erhält fast ein Drittel (29 Prozent) der Erwachsenen in Baden-Württemberg oft bis sehr oft finanzielle Unterstützung von den Eltern. Zudem spielt die Unterstützung durch Großeltern bei der Kinderbetreuung eine wichtige Rolle im Alltag von Familien. Großeltern sind nach den Eltern und Kinderbetreuungseinrichtungen die wichtigste Betreuungsinstanz. Rund ein Fünftel der Eltern in Baden-Württemberg (21 Prozent) bezieht die Großeltern regelmäßig zur Betreuung ihrer nicht schulpflichtigen Kinder mit ein.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 10.12.2012

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