Familienforschung / Familienpolitik

Monitor Familienforschung Nr. 31: Stief- und Patchworkfamilien in Deutschland

Familie am Esstisch
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Die aktuelle Ausgabe des Monitors Familienforschung beschäftigt sich mit Stief- und Patchworkfamilien in Deutschland und versucht ein differenziertes Bild zu zeichnen. Der Fokus liegt dabei auf den Potenzialen und den gelingenden Faktoren des Familienlebens.

Anhand vorhandener Daten erfolgt zunächst ein Überblick über die Anzahl und Konstellationen von Stief- und Patchworkfamilien, anschließend werden die Familienbeziehungen in Stieffamilien vorgestellt - insbesondere geht es um die Beziehung der Kinder zu ihren Eltern oder Stiefeltern. Schließlich zeigt der Monitor Familienforschung aus kindlicher Perspektive das Aufwachsen in Stieffamilien.

Die meisten Menschen möchten am Konzept der auf Dauer angelegten Paarbeziehung festhalten und sind bereit, in weiteren Partnerschaften Verantwortung zu übernehmen, auch wenn Trennungen und/oder Scheidungen zum Lebensverlauf von Menschen dazugehören können. Die Folge ist, dass Menschen nach Umbrüchen unterschiedliche Formen und Phasen des familiären Zusammenlebens durchlaufen und in vielfältigen Familienformen und Elternschaftskonstellationen leben können. Diese können sich im Lebensverlauf mehrmals verändern. Stief- und Patchworkfamilien entstehen daher heute überwiegend nach Ehescheidungen, nach Trennungen nichtehelicher Lebensgemeinschaften oder aus einer alleinerziehenden Elternschaft mit neuer Partnerschaft. In diesen Familien werden verschiedene biologische und soziale Elternschaftskonstellationen gelebt.

Die Stieffamilie selbst ist dabei keine „neue“ Familienform. Sie hat bereits zu früheren Zeiten eine gewisse Verbreitung erfahren. Damals hat vor allem der Tod eines Elternteils zur Gründung einer Stieffamilie geführt. Der Stiefelternteil hat den verstorbenen Elternteil ersetzt und die Versorgung der Kinder übernommen. Ein wesentlicher Unterschied zur früheren Stieffamilie ist jedoch, dass in der modernen Stieffamilie der Stiefelternteil zum biologischen Elternteil hinzutritt und dieser in der Regel nicht wie früher einen verstorbenen Elternteil ersetzt. Die Entstehung einer Stieffamilie ist damit ein Prozess mit verschiedenen Entwicklungsphasen und komplexen Familienbeziehungen. Die gesellschaftlich-rechtlichen Bedingungen, unter denen sich Stief- und Patchworkfamilien heute bilden, haben sich im Vergleich zu früheren Zeiten gewandelt. Zu den wichtigsten Veränderungen zählen die Reformen des Ehe- und Scheidungsrechts sowie des Kindschaftsrechts.

Aber auch die gestiegene Bildungs- und Erwerbsbeteiligung von Frauen und Müttern sowie das neue Bild des fürsorgenden Vaters sind wichtige Entwicklungen. Die Stief- und Patchworkfamilien von heute spiegeln somit auch die veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse wider.

Ausführliche Beiträge aus Forschung, Statistik und Familienpolitik gibt es im Monitor Ausgabe 31 (PDF 646 KB).

Quelle: Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 27.11.2013

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