Familienforschung

Kinderreiche Familien haben Negativ-Image

Ein Elternpaar spielt mit seinen drei Kindern auf einer Wiese.

In Deutschland gibt es immer weniger kinderreiche Familien. Während von den zwischen 1933 und 1937 geborenen Frauen rund 32% drei oder mehr Kinder bekommen haben, waren es aus den Geburtsjahrgängen 1963 bis 1967 nur noch rund 15%. Das geht aus den Zahlen des Mikrozensus 2012 hervor.

Für diesen Rückgang gibt es vielerlei Gründe, erklärt Kerstin Ruckdeschel vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB): „Eine bislang unterschätzte Ursache könnte das schlechte Ansehen sein, das kinderreichen Familien in der Gesellschaft anhaftet.“ Einer repräsentativen Umfrage des BiB zufolge glauben nämlich 72% der Menschen zwischen 20 und 39 Jahren, dass Kinderreiche in Deutschland negativen Vorurteilen ausgesetzt sind. Interessant dabei: Die Befragten beurteilen das Ansehen, das große Familien in der Öffentlichkeit haben, in Abhängigkeit von der eigenen Kinderzahl. So glauben von den Kinderlosen nur 69%, dass große Familien ein schlechtes Image in der Gesellschaft haben, bei Elternteilen mit einem oder zwei Kindern sind es rund 76%. Menschen mit mindestens drei Kindern stimmen dieser Aussage sogar zu 81% zu. Kinderreiche Familien, so der Schluss, nehmen die Gesellschaft aufgrund eigener Erfahrungen also deutlich kinderfeindlicher wahr als andere.



Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB)