Familienforschung / Europa

Frauen in der EU bekommen ihr erstes Kind im Schnitt mit 29 Jahren

Frau hält Ultraschallbild vor Babybauch
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2016 wurden in der EU über 5 Millionen Kinder geboren. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl leicht angestiegen. In Bulgarien waren die Erstgebärenden am jüngsten, in Italien am ältesten. Im Schnitt bekamen Frauen ihr erstes Kind mit 29. 5% der Frauen waren bei der Geburt ihres ersten Kindes unter 20 Jahre alt. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Eurostat, dem statistischen Amt der EU.

Im Jahr 2016 wurden in der Europäischen Union 5,148 Millionen Kinder geboren. 2015 lag diese Zahl bei 5,103 Millionen. Das Durchschnittalter von Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes lag in der EU im Jahr 2016 bei 29 Jahren. Betrachtet man die einzelnen Mitgliedstaaten, waren Erstgebärende im Durchschnitt in Bulgarien am jüngsten und in Italien am ältesten. Bei rund 5% der Erstgeburten in der EU waren die Frauen 2016 unter 20 Jahre alt (Teenager-Mütter) und rund 3% der Frauen waren 40 Jahre und älter.

Unterschiedliche Geburtenraten

Bei nahezu jeder fünften (bzw. fast 930 000) der 5,148 Millionen Geburten in der EU im Jahr 2016 handelte es sich um die Geburt des dritten oder eines darauf folgenden Kindes. Insgesamt lag die Gesamtfruchtbarkeitsrate 2016 in der EU bei 1,60 Geburten pro Frau. Dabei reichten die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten von 1,34 in Spanien und Italien bis zu 1,92 in Frankreich. Diese Informationen stammen aus jüngst veröffentlichten Daten von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union.

Gesamtfruchtbarkeitsrate am höchsten in Frankreich und Schweden

Im Jahr 2016 waren Frankreich (1,92 Geburten pro Frau) und Schweden (1,85) die beiden Mitgliedstaaten mit den höchsten Gesamtfruchtbarkeitsraten in der EU. Darauf folgten Irland (1,81), Dänemark und das Vereinigte Königreich (je 1,79). Die niedrigsten Fruchtbarkeitsraten verzeichneten hingegen Spanien und Italien (jeweils 1,34 Geburten pro Frau), Portugal (1,36), Zypern und Malta (je 1,37), Griechenland (1,38) und Polen (1,39).

Erstgebärende am jüngsten in Bulgarien und am ältesten in Italien

Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes war 2016 in den EU-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich. Das niedrigste Durchschnittsalter bei Geburt des ersten Kindes wurde in Bulgarien (26,0 Jahre) verzeichnet, gefolgt von Rumänien (26,4), Lettland (26,8), der Slowakei (27,0), Polen (27,2) und Litauen (27,3). Über 30 waren die Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes hingegen in Italien (31,0 Jahre), Spanien (30,8), Luxemburg (30,5), Griechenland (30,3) und Irland (30,1).

Rund 14% der Erstgebärenden in Bulgarien und Rumänien waren Teenager

Die höchsten Anteile von Erstgebärenden im Teenageralter (jünger als 20) meldeten Rumänien (14,2% aller Erstgeburten im Jahr 2016), Bulgarien (13,6%) und Ungarn (10,8%), gefolgt von der Slowakei (9,9%), Litauen (6,3%), dem Vereinigten Königreich (6,2%) und Lettland (6,1%). Die niedrigsten Anteile verzeichneten hingegen Slowenien (1,6%), Italien (1,7%), die Niederlande (1,8%), Dänemark und Schweden (je 1,9%) sowie Luxemburg (2,2%).
Die höchsten Anteile von Erstgebärenden im Alter von 40 Jahren oder älter wurden dagegen in Italien (7,2% aller Erstgeburten 2016), Spanien (6,6%), Griechenland (5,3%), Luxemburg (4,8%) und Irland (4,3%) verzeichnet.

Unterschiede bei der Kinderzahl in verschiedenen Ländern

In der EU handelte es sich 2016 bei mehr als 80% (81,9%) der Geburten um das erste und zweite Kind, während auf die Geburten von dritten Kindern ein Anteil von 12,2% aller Geburten und von vierten und folgenden Kindern ein Anteil von 5,9% entfiel. Von den EU-Mitgliedstaaten verzeichnete Finnland (10,1%) den höchsten Anteil von Müttern, die ihr viertes oder folgendes Kind bekamen, gefolgt von Irland (9,0%), dem Vereinigten Königreich (8,5%), der Slowakei (8,1%), Rumänien (7,7%) und Belgien (7,6%).

Quelle: Eurostat vom 28.03.2018

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