Familienforschung

Fast die Hälfte der Familien in Baden-Württemberg mit einem Kind

Neben zwei Strichmännchen wird ein weiteres Kinder-Strichmännchen gemalt
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Wie das Statistische Landesamt mitteilt, lebten im Jahr 2014 knapp 1,6 Millionen Familien in Baden‑Württemberg, darunter annähernd 1,1 Millionen Familien mit Kind(ern) unter 18 Jahren. Die Ein‑Kind‑Familie ist die am häufigsten gewählte Familienform.

Im Mikrozensus, der größten amtlichen Haushaltebefragung in Deutschland, werden alle Eltern‑Kind‑Gemeinschaften als Familie erfasst, das heißt Ehepaare, nicht‑eheliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sowie alleinerziehende Mütter oder Väter mit ledigen Kindern im Haushalt fallen unter den Begriff der Familie.

Wie das Statistische Landesamt mitteilt, lebten im Jahr 2014 knapp 1,6 Millionen Familien in Baden‑Württemberg, darunter annähernd 1,1 Millionen Familien mit Kind(ern) unter 18 Jahren. Die Ein‑Kind‑Familie ist die am häufigsten gewählte Familienform: In fast 49 Prozent der Familien mit minderjährigen Kindern lebte ein lediges Kind. Rund 39 Prozent der Familien hatten zwei Kinder, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, fast 12 Prozent hatten 3 und mehr Kinder. Rund drei Viertel der Familien mit unter 18‑jährigen Kindern (knapp 842.000 Familien) waren im Jahr 2014 Ehepaare mit Kindern. In rund 6 Prozent der Familien mit Kindern unter 18 Jahren lebten die Eltern in einer Lebensgemeinschaft 1 (70.000 Familien), in gut 16 Prozent der Familien wuchsen die Kinder bei einem alleinerziehenden Elternteil auf (rund 177.000 Familien).

Bei Paaren mit minderjährigen Kindern arbeiten häufig beide Partner

Bei rund 72 Prozent der Paare mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern im Haushalt waren im Jahr 2014 beide Partner erwerbstätig. In gut 25 Prozent dieser Haushalte war nur ein Partner erwerbstätig, in rund 2 Prozent der Fälle waren beide Partner erwerbslos oder zählten zu den Nichterwerbspersonen.

Zwischen den Ehepaaren und den Paargemeinschaften mit minderjährigen Kindern im Haushalt gab es nur geringe Unterschiede. Bei fast 73 Prozent der Ehepaare und knapp 70 Prozent der Paare ohne Trauschein waren beide Partner erwerbstätig. Bei gut einem Viertel der Ehepaare war nur ein Partner erwerbstätig, wobei sich die traditionelle Rollenverteilung mit dem Vater als Alleinverdiener bei 23 Prozent der Ehepaare zeigte, bei gut 2 Prozent der Ehepaare war die Mutter Alleinverdienerin. In gut 27 Prozent der Lebensgemeinschaften ging nur ein Partner einer Erwerbstätigkeit nach.

Über ein Viertel der Familien in Baden‑Württemberg mit monatlichem Nettoeinkommen von 4.500 Euro und mehr

Ein Indikator zur Bewertung der wirtschaftlichen Lage der Familien in Baden‑Württemberg stellt das durchschnittliche monatliche Haushaltsnettoeinkommen dar. Rund 9 Prozent der Familien mit Kindern unter 18 Jahren standen im Jahr 2014 unter 1.500 Euro im Monat zur Verfügung. Knapp 21 Prozent der Familien bezogen ein durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen von 1.500 bis unter 2.600 Euro. Knapp 16 Prozent der Haushalte mit minderjährigen Kindern verfügten über ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 2.600 bis unter 3.200 Euro, fast 29 Prozent hatten 3.200 bis unter 4.500 Euro zur Verfügung. Etwas mehr als ein Viertel der Familien hatten ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 4.500 Euro und mehr.

45 Prozent der Alleinerziehenden sind armutsgefährdet

Insbesondere bei Alleinerziehenden gestaltet sich die finanzielle Situation häufig als schwierig. Im Jahr 2014 hatten fast 11 Prozent der Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil monatlich weniger als 900 Euro zur Verfügung. Fast 33 Prozent der alleinerziehenden Mütter und Väter verfügten monatlich über 900 bis unter 1.500 Euro. 1.500 bis unter 2.600 Euro standen rund 39 Prozent der Familien Alleinerziehender zur Verfügung. Über 2.600 Euro bezogen lediglich rund 17 Prozent der Alleinerziehenden. Nach Berechnungen der amtlichen Sozialberichterstattung sind die Alleinerziehenden die am stärksten von Armut betroffene Gruppe. So waren im Jahr 2013 fast 45 Prozent der alleinerziehenden Mütter und Väter armutsgefährdet. In Haushalten, in denen zwei Erwachsene und ein Kind zusammenleben, lag diese Quote bei knapp 9 Prozent bzw. mit drei oder mehr Kindern bei 24 Prozent.

Alleinerziehende überwiegend weiblich und häufig erwerbstätig

Im Jahr 2014 waren rund 88 Prozent der Alleinerziehenden mit Kindern unter 18 Jahren Frauen. Diese bestreiten die Mittel für ihren Lebensunterhalt überwiegend aus der eigenen Erwerbstätigkeit: Fast 68 Prozent der alleinerziehenden Frauen mit minderjährigen Kindern gingen im Jahr 2014 einer Erwerbstätigkeit nach. Damit bestreiten alleinerziehende Mütter deutlich häufiger ihren Lebensunterhalt durch die eigene Erwerbstätigkeit als Mütter, die mit einem Partner bzw. einer Partnerin zusammenleben (knapp 58 Prozent). Fast 18 Prozent der alleinerziehenden Frauen bezogen Arbeitslosengeld I oder Leistungen nach Hartz IV. Rund 5 Prozent der alleinerziehenden Frauen wurden von ihren Angehörigen unterstützt. Gut 9 Prozent bezogen Einkünfte aus sonstigen Quellen wie bspw. aus eigenem Vermögen, Sozialhilfe, Einkünfte aus Renten und Pensionen und Elterngeld.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg vom 18.05.2015

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