Achtung Icon

Relaunch - Am 19. Mai ist es soweit:

Unter der bekannten Adresse finden Sie unser Angebot als „Portal der Kinder- und Jugendhilfe“ – mit vollständig neuem Look.
Daher erfolgt ab dem 29. April ein Redaktionsstopp. Ab diesem Zeitpunkt können Sie von extern keine Inhalte mehr einpflegen.
Ab dem 19. Mai können Sie alle Angebote wieder wie gewohnt nutzen.

Familienforschung

Auswirkung des Elterngelds vom Institut für Community Medicine untersucht

Nach Einführung des Elterngeldes zum 1. Januar 2007 gab es in Vorpommern mehr Mütter, die ein zweites oder drittes Kind geboren haben. Außerdem kamen in Familien mit einem höheren Einkommen mehr Kinder zur Welt.

Insgesamt ist aber die Anzahl der Neugeborenen nicht gestiegen. Das ergab eine Analyse des Instituts für Community Medicine der Universität Greifswald, die in der aktuellen Ausgabe von Social Science & Medicine, der weltweit meist zitierten sozialwissenschaftlichen Fachzeitschrift, präsentiert wird.

„In Deutschland sind diese Daten einzigartig. Wir haben nahezu alle Kinder, die seit März 2003 in der Region geboren wurden, registriert, und mit mehr als 70 Prozent der Mütter konnten wir ein zusätzliches, tief gehendes Interview führen“, so Dr. J. René Thyrian vom Institut für Community Medicine, „dadurch haben wir ein ziemlich genaues Bild über den Gesundheitszustand der Frauen und Kinder und auch ihrer Lebensumstände“. Prof. Wolfgang Hoffmann, geschäftsführender Direktor, ergänzt: „Zumeist werden solche Analysen mit Sekundärdaten durchgeführt, also Daten, die nicht im persönlichen Kontakt erhoben wurden, sondern zum Beispiel beim Statistischen Landesamt gesammelt werden. Unser Studienteam hat mit allen Müttern gesprochen und hat damit Informationen, die weit über die üblichen Auswertungen hinausgehen.“

Grundlage der Aussage ist der bevölkerungsbasierte Survey of Neonates in Pommerania (SNiP), im Rahmen dessen zwei Jahre vor und zwei Jahre nach der Einführung alle Kinder, die in den Kranken-häusern Greifswald, Anklam und Wolgast geboren wurden und deren Mütter untersucht wurden. Ein Vergleich der beiden Zeiträume brachte das Ergebnis.

Die Forscher planen nun, die zur Geburt interviewten Mütter und deren Kinder im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung im Alter von fünf Jahren erneut zu kontaktieren und zu befragen. „So können wir die weitere Entwicklung der Kinder beschreiben und analysieren. Dies liefert wertvolle Hinweise über Fehlentwicklungen oder aufkommende Gesundheitsprobleme, wie zum Beispiel Übergewicht oder Aufmerksamkeitsstörungen“, so Dr. Thyrian, „erste Erfahrungen haben wir bereits in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern gemacht“. Und Prof. Hoffmann ergänzt: „Unser Ziel ist, Wissen in konkrete Programme umzuwandeln, wie Gesundheit effektiv gefördert und Krankheit verhindert oder zumindest gelindert werden kann.“

Die Veröffentlichung in Social Science & Medicine ist eine Gemeinschaftsarbeit von Dr. J. René Thyrian, Dipl.-Psych. Konstanze Fendrich, Dr. Anja Lange, PD Dr. Johannes-P. Haas, Prof. Dr. Marek Zygmunt und Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann. Die Arbeit entstand in Kooperation des Instituts für Community Medicine der Universität Greifswald mit dem Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen, dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin und der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Greifswald. 

Die SNiP-Studie ist eine bevölkerungsbezogene, prospektive, Geburtskohortenstudie, die vom Forschungsverbund Community Medicine der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald initiiert und durchgeführt wurde (www.community-medicine.de). Sie wurde finanziell gefördert durch das Bundes-ministerium für Bildung und Forschung (NBL3 Programm, Fördernummer 01 ZZ 0103). Eine detaillierte Beschreibung der SNiP-Studie findet sich in einer Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift Paediatric and Perinatal Epidemiology, 2010, 24 (2), S. 190-199.

Referenz

Thyrian, J. R., Fendrich, K., Lange, A., Haas, J.-P., Zygmunt, M., Hoffmann, W.: Changing maternity leave policy: Short-term effects on fertility rates and demographic variables in Germany, Social Science & Medicine (2010), doi: 10.1016/j.socscimed.2010.05.004

Mehr Informationen unter: http://www.elsevier.com/wps/find/journaldescription.cws_home/315/description#description

Quelle: idw/Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

 

Info-Pool