Bildungsforschung

Zahl der Auszubildenden in Hessen erreicht 2017 Tiefstand

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Im Jahr 2017 befanden sich in Hessen geringfügig weniger Auszubildende in betrieblicher Ausbildung als im Vorjahr – dabei nahm die Zahl der Auszubildenden jedoch nicht in allen Bereichen ab. Gleichzeitig ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge erstmals seit 2011 wieder gestiegen. Dies teilte das Hessische Statistische Landesamt mit.

Ende des Jahres 2017 befanden sich in Hessen etwa 93.600 Jugendliche in einer dualen betrieblichen Berufsausbildung. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, erreichte die Zahl der Auszubildenden damit einen Tiefstand. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr war mit knapp 450 oder 0,5 Prozent geringfügig.

Unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Ausbildungsbereichen

Die Zahl der Auszubildenden nahm nicht in allen Ausbildungsbereichen ab. Die hessischen Handwerkskammern meldeten 24.650 Auszubildende und damit 370 mehr als im Jahr 2016. Der Öffentliche Dienst verzeichnete mit 2950 Auszubildenden 150 mehr Frauen und Männer in einer Ausbildung. Im größten Ausbildungsbereich „Industrie und Handel“, zu dem auch Banken und Versicherungen, das Gast- und Verkehrsgewerbe sowie die Hauswirtschaftsberufe gehören, wurden mit 56.160 rund 860 Auszubildende weniger registriert. Im Bereich „Freie Berufe“ (u.a. Arztpraxen, Anwalts- und Steuerberatungsbüros) nahm die Zahl um 60 auf 8.170 ab. Auch der Ausbildungsbereich „Landwirtschaft“ meldete mit 1.690 einen geringeren Auszubildendenbestand als für das Jahr 2016 (minus 50).

Mehr Ausbildungsverträge als in den Vorjahren

Die Zahl der neu abgeschlossenen betrieblichen Ausbildungsverträge nahm hingegen erstmals seit 2011 wieder zu. Im Jahr 2017 wurden 36.440 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Gegenüber dem Jahr 2016 war dies eine Zunahme von 430 Neuverträgen oder 1,2 Prozent. Die Entwicklung in den einzelnen Ausbildungsbereichen war auch bei den Neuverträgen unterschiedlich. Das Handwerk verzeichnete einen Zuwachs von 460 auf 9.730 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Im Ausbildungsbereich „Öffentlicher Dienst" nahmen mit 1.110 etwa 180 mehr Frauen und Männer eine duale Berufsausbildung auf. Der Ausbildungsbereich „Industrie und Handel“ verzeichnete eine Abnahme von 80 auf 22 030 Neuverträge. Im Bereich „Freie Berufe“ sank die Zahl um 110 auf 2910. Die „Landwirtschaft" meldete 660 und damit 30 weniger Neuverträge als für das Jahr 2016.

Traditionell sind in den dualen Ausbildungsberufen junge Männer überrepräsentiert; ihr Anteil lag 2017 bei 62,6 Prozent. Junge Frauen waren häufiger in den schulischen Ausbildungen der Gesundheits- und Sozialberufe zu finden.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 15.03.2018

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