Bildungsforschung / Gender

Verschenken wir Chancen? MINT-Bildung kann viel mehr als Fachkräfte fördern

Veranstaltungsteilnehmer hat ein Smartphone in der Hand und Unterlagen zum Thema MINT voraus auf seinen Beinen liegen
Bild: PHINEO © Anna Gold

In seinem neuen Themenreport „MINT-Bildung neu entdecken“ stellt das gemeinnützige Beratungs- und Analysehaus PHINEO fest, dass es eine Bandbreite an Engagement in der MINT-Bildung gibt und stellt 19 mit dem Wirkt-Siegel ausgezeichnete außerschulische MINT-Projekte vor. Die Schwerpunkte reichen von der Kompetenzförderung von Kindern und Jugendlichen und der gezielten Nachwuchsförderung über die Förderung von Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit hin zu einer ökologisch nachhaltigen Gesellschaft.

Seit über 20 Jahren ist man sich darüber einig, dass MINT-Bildung wichtig ist, und es gibt eine Vielzahl von Initiativen und Ansätze, die diese fördern. Trotzdem fehlt das Interesse bei Kindern und Jugendlichen an naturwissenschaftlichen Fächern und in den MINT-Berufen fehlen so viele Arbeitskräfte wie noch nie. Das Problem ist aber viel weitreichender.

Jede und jeder Einzelne ist auf MINT-Bildung angewiesen, um die moderne Welt zu verstehen, in ihr zu bestehen und sie zu gestalten. Alle Kinder und Jugendlichen sollten unabhängig von ihrer Herkunft die Möglichkeit bekommen, ihre Talente zu entfalten und berufliche Chancen im MINT-Bereich zu ergreifen. Denn ihre Ideen und Kompetenzen werden gebraucht, um Lösungen für drängende Probleme wie Klimaschutz, Ressourcenschwund oder die Grundversorgung in besonders infrastrukturarmen Regionen zu finden.

Große Bandbreite an Engagement in der MINT-Bildung

Wie das gemeinnützige Beratungs- und Analysehaus PHINEO im neuen Themenreport „MINT-Bildung neu entdecken“ feststellt, gibt es eine Bandbreite an Engagement in der MINT-Bildung. Die Schwerpunkte reichen von der Kompetenzförderung von Kindern und Jugendlichen und der gezielten Nachwuchsförderung über die Förderung von Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit hin zu einer ökologisch nachhaltigen Gesellschaft.

Förderprogramme finden sich jedoch hauptsächlich in Regionen mit besonders hohem Fachkräftebedarf und längst nicht alle haben Zugang zu MINT-Bildung. Noch immer entscheidet die soziale Herkunft darüber, in welchem Umfang junge Menschen MINT-Kompetenzen erwerben. Veraltete Rollenklischees versperren Mädchen und jungen Frauen die Auseinandersetzung mit MINT-Themen. Die Folge: Eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen verpasst so ihre Chance, durch MINT-Kompetenzen besser an der Gesellschaft teilzuhaben und berufliche Perspektiven für sich zu entwickeln.

MINT-Bildung auf dem gesamten Bildungsweg gefordert

Die Forderung von PHINEO ist die einer grundlegenden und ganzheitlichen MINT-Bildung. D.h. MINT-Bildung sollte nicht nur für alle zugänglich sein und möglichst früh beginnen, sondern auf dem gesamten Bildungsweg ins Berufsleben hinein und im Sinne des lebenslangen Lernens auch darüber hinaus stattfinden. Über solche Bildungsketten werden Übergänge erleichtert und die Wirkung kann sich schließlich auf gesellschaftlicher Ebene entfalten.

Das Nationale MINT Forum, das die Schirmherrschaft für den Themenreport trägt, betont die Notwendigkeit der Qualität und Wirkungsorientierung von Bildungsprogrammen: „Es muss jetzt unser Ziel sein, die Wirkung von MINT-Initiativen weiter zu steigern. Dazu gehört, dass sich eine Einrichtung ernsthaft fragt, welche Wirkung sie entfalten möchte, und ihre Aktivitäten konsequent danach ausrichtet.“ sagt Dr. Nathalie von Siemens, Sprecherin des Nationalen MINT Forums.

MINT-Siegel vergeben

PHINEO hat mit Unterstützung der Siemens Stiftung, Fritz Henkel Stiftung und Vector Stiftung sowie dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und acatech das Themenfeld der außerschulischen MINT-Bildung beleuchtet und 76 außerschulische MINT-Projekte hinsichtlich ihrer Wirkung analysiert.

19 Projekte haben mit ihrem hohen Wirkungspotenzial überzeugt und wurden am 12. Juni 2018 in Berlin mit dem Spendensiegel von PHINEO ausgezeichnet. Auf einer Experimentiermeile begeisterten die Projekte auch das Publikum mit MINT-Themen und luden zum Probieren und Forschen ein.

Auch die Stiftung Haus der kleinen Forscher gehörte zu den ausgezeichneten Projekten.

Drei der Wirkt-Siegel-Projekte erhielten zudem eine Sonderauszeichnung der drei Förderpartnerinnen, die jeweils mit 6.000 Euro dotiert ist:

  • Christa Mühlbauer, Projektleitung des Arbeitsbereich Bildung der Siemens Stiftung, übergab den Preis der Siemens Stiftung an das Projekt „Science on Stage Festival“ des Science on Stage Deutschland e.V.
  • Heiko Held überreichte den Preis der Fritz Henkel Stiftung an das Projekt „Holly Wood“ des Handwerkerinnenhaus Köln e.V.
  • Edith Wolf, Vorständin der Vector Stiftung übergab ihren Preis an das Projekt „Lernmotivation durch Robotik“ des Ausbildungsverbund Reutlingen der BruderhausDiakonie

Themenreport „MINT-Bildung neu entdecken“

Der Themenreport „MINT-Bildung neu entdecken“ stellt alle 19 Projekte vor und gibt einen Überblick darüber, was zentrale Wirkungsvoraussetzungen sind und wie wirkungsorientierte Förderung gelingen kann. Der Themenreport steht kostenfrei als Download zur Verfügung.

Quelle: PHINEO gemeinnützige AG vom 14.06.2018

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