Bildungsforschung

Studie: Lesen als preiswerter Bildungsmotor für höhere Qualifikation

Je mehr Bücher im Elternhaus vorhanden sind, desto größer stehen die Chancen der Kinder auf einen höheren Schulabschluss. Zu diesem Schluss kommt die Soziologin Mariah Evans von der University of Nevada in Reno in einer aktuellen Studie. Bisher waren Experten davon ausgegangen, dass die Ausbildung der Eltern den größten Einfluss auf den Schulabschluss der Kinder hat.

13.07.2010

Für die Studie der University of Nevada in Reno (<link www.unr.edu>www.unr.edu ) wurden Daten aus 70.000 Haushalten in 27 Ländern herangezogen. Demnach verlängerte sowohl eine umfassende Bibliothek mit rund 500 Büchern als auch ein Hochschulabschluss beider Elternteile die Ausbildungszeit der Kinder durchschnittlich um 3,2 Jahre. Kinder von wenig gebildeten Eltern profitierten demnach besonders von einer umfangreichen Büchersammlung im eigenen Heim. Schon 20 Bücher haben demnach einen deutlich positiven Einfluss. 

Eltern fördern Freude am Lesen

"Die Studienergebnisse bestätigen das, was wir seit Jahren vermuten und zum Teil in eigenen Untersuchungen festgestellt haben", so Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen (<link http: www.stiftunglesen.de _blank external-link-new-window external link in new>www.stiftunglesen.de) im pressetext-Interview. "Lesen hat einen Bildungseffekt und fördert offensichtlich das abstrakte Denken und andere Interessen bei Kindern." 

"Wenn es zuhause Bücher gibt, ist der positive Effekt unabhängig vom Bildungshintergrund gegeben", betont Ehmig. "Eltern werden zu Rollenvorbildern für ihre Kinder. Wenn man Kindern die Freude am Lesen vermitteln kann, erschließen sich für sie neue Welten. Vorlesen ist eine Leseförderung, ebenso das Kommunizieren und Diskutieren über Medieninhalte." 

Förderlich ist eine integrative Medienerziehung, die verschiedene Medien umschließt. Dazu gehört auch die Akzeptanz verschiedener Medien - etwa Fernsehen, Lesen und Internet nebeneinander. "Unsere Untersuchungen haben deutlich gezeigt, dass Kinder, die gerne lesen innerhalb eines Werterasters selbst und frei bestimmen konnten, wann sie welches Medium für sich nutzen wollten", so Ehmig.

Bücher als kostengünstiger Bildungsmotor 

Bücher sind eine günstige Form, Kindern zu helfen, kommt Evans zum Schluss. In China haben Studien gezeigt, dass eine Hausbibliothek von 500 oder mehr Büchern die Ausbildungszeit der Kinder um 6,6 Jahre verlängert. In den USA bringt eine solche Büchersammlung eine Verlängerung der Ausbildungszeit um 2,4 Jahre.

Ursprünglich war das Forscherteam um Evans auf der Suche danach, welche Faktoren für die Ausbildungskarriere eines Menschen entscheidend sind. "Wir waren von der enormen Bedeutung der Bücher beeindruckt", kommen die Wissenschaftler übereinstimmend zum Schluss. 

Weitere Informationen unter: http://www.pressetext.de/news/100713001/volles-buecherregal-daheim-macht-kinder-klueger/

Quelle: pressetext.deutschland

 

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