Medienkompetenz

PISA-Sonderauswertung - Ergebnisse für Deutschland

Ein kleiner Junge liest eine Zeitungswerbung, hält sie aber auf dem Kopf.
Bild: Csaba Orban – pixabay.com

Weniger als die Hälfte der 15-Jährigen in Deutschland kann Fakten von Meinungen unterschieden – soziale Herkunft spielt beim Umgang mit digitalen Medien eine große Rolle.

Weniger als die Hälfte der 15-Jährigen in Deutschland ist in der Lage, in Texten Fakten von Meinungen zu unterscheiden. Gut die Hälfte der Schülerinnen und Schüler gibt an, dass sie im Unterricht nicht lernen, subjektive oder voreingenommene Texte zu erkennen. Insgesamt schneiden 15-Jährige in Deutschland bei der Lesekompetenz aber leicht über dem OECD Mittel ab, wobei die Leseleistungen in der letzten Dekade praktisch unverändert blieben. Gleichzeitig hat die Freude am Lesen in Deutschland in den vergangenen Jahren so stark abgenommen wie in kaum einem anderen Land.

Analoge Bücher lesen hilft zum besseren Verständnis von Texten

Schülerinnen und Schüler, die häufig Bücher analog lesen, schneiden beim PISA-Test besser ab als Schülerinnen und Schüler, die Bücher eher online lesen. Allerdings weiß ein relativ großer Teil der 15-Jährigen, wie mit zweifelhaften Quellen im Internet, etwa mit Phishing Mails, umzugehen ist. Die Ergebnisse fallen aber nach sozialer Herkunft sehr unterschiedlich aus.

Dies sind die wesentlichen Ergebnisse der PISA-Sonderauswertung ‚Lesen im 21. Jahrhundert: Lese- und Schreibkompetenzen in einer digitalen Welt‘, die OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher am Dienstag in Berlin gemeinsam mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und dem Hessischen Kultusminister R. Alexander Lorz vorgestellt hat. Der Bericht wurde von der Vodafone Stiftung Deutschland gefördert.

In Rahmen von PISA 2018 hatten Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, Passagen in einem Text als Fakten oder als Meinungen zu identifizieren. Weniger als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler war dazu in der Lage. Besonders gut schnitten bei dieser Aufgaben Schülerinnen und Schüler in den USA, im Vereinigten Königreich, in der Türkei und in den Niederlanden ab.

Die Frage, ob sie im Unterricht jemals gelernt hätten, wie man feststellt, ob Informationen subjektiv oder voreingenommen sind, bejahten 49 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland. In den USA, Australien, Dänemark oder Kanada waren es über 70 Prozent.

Zum ersten Mal wurden in dieser Erhebung auch Fragen zum Leseverständnis im digitalen Raum aufgenommen. So mussten die Schülerinnen und Schüler unter anderem angeben, wie sie mit einer Phishing Mail umgehen würden. Hier schnitten die Teilnehmenden in Deutschland deutlich besser ab, als in den meisten anderen Ländern.

Die deutschlandspezifischen Ergebnisse stehen zum Download bereit.

Quelle: Vodafone Stiftung vom 04.05.2021

Mehr zum Thema

Info-Pool