Bildungsforschung / Bildungspolitik

Hessen: Mehr junge Menschen starten eine duale Berufsausbildung

Eine Gruppe von Auszubildenden stehen um eine Lehrperson herum und hören diesem zu
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Insgesamt haben 2017 etwas weniger Jugendliche in Hessen eine Ausbildung begonnen, als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Zahl der jungen Menschen, die in eine duale Ausbildung aufgenommen haben, um 2,6 Prozent gestiegen. Um passgenaue Übergänge zu schaffen, wurde der Schulversuch „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“ gestartet – den neuen Bildungsgang begannen knapp 2.400 Jugendliche.

Im Schuljahr 2017/18 starteten in Hessen 105.090 Jugendliche nach dem Verlassen der Sekundarstufe I in das hessische Ausbildungsgeschehen. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren das 4.260 Jugendliche bzw. 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Den größten Rückgang verzeichnet der Übergangsbereich.

Zahl der Ausbildungsstarter stabil

Rund 48.960 junge Menschen haben im Jahr 2017 eine berufliche Ausbildung gestartet. Damit blieb diese Zahl im Vergleich zum Vorjahr (minus 0,1 Prozent) weitgehend stabil. Zur beruflichen Ausbildung zählen duale und rein schulische Ausbildungen. Die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger in einer dualen Ausbildung stieg im Vergleich zu 2016 um 2,6 Prozent auf 35.590 an. Die Anfängerzahl in den rein schulischen Berufsausbildungen sank um 7 Prozent auf 12.920 junge Menschen ab. Mit einem studienqualifizierenden Bildungsgang an den beruflichen und allgemeinbildenden Schulen begannen rund 38.230 Jugendliche. Das waren 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Vorbereitung auf eine Ausbildung oder Beschäftigung

Eine ausbildungs- und berufsvorbereitende Qualifizierung (Übergangsbereich) fingen im Jahr 2017 gut 17.890 Jugendliche an. Der Übergangsbereich hat das Ziel, junge Menschen auf eine Ausbildung bzw. Beschäftigung vorzubereiten oder einen Haupt- oder Realschulabschluss nachzuholen. 13.330 dieser jungen Menschen (minus 22,3 Prozent) stiegen an einer beruflichen Schule in den Übergangsbereich ein. Der Rückgang ist hauptsächlich durch den Rückgang im Bereich „InteA“ (Integration und Abschluss) begründet. Mit rund 2.070 Zugewanderten starteten hier 4.220 bzw. 67,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Programm richtet sich an Zuwanderer vor allem aus EU-Staaten oder Asylzugangsländern, die geringe oder keine Deutschkenntnisse besitzen.

Neuer Bildungsgang im Übergangsbereich

Zum Schuljahr 2017/18 startete der hessenweite Schulversuch „Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung“ (BÜA). Der neue Bildungsgang ist dem Übergangsbereich zugeordnet und führt die Schulformen „Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung“, „zweijährige Berufsfachschulen“ und „einjährige Höhere Berufsfachschulen“ zusammen. Das Ziel dieses Bildungsganges sind passgenaue Übergänge der Jugendlichen in eine duale Berufsausbildung. Hier starteten erstmalig 2.390 Jugendliche.

Hinweis zu Erhebung

Die dargestellten Zahlen sind vorläufige Ergebnisse aus der integrierten Ausbildungsberichterstattung für Hessen. Die iABE wird im Auftrag vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) durchgeführt und aus Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 05.03.2018