Bildungsforschung / Kinder- und Jugendpolitik

Frankfurter Forum: Forschungsstand zum Thema Begabungen und Talente

Kleiner Junge mit aufgemalten Muskeln
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Woran lassen sich besonders begabte Kinder erkennen und wie kann man sie fördern? Diesen Fragen widmet sich das Frankfurter Forum. Die Veranstaltung informiert Lehrerinnen und Lehrer sowie pädagogische Fachkräfte über den Forschungsstand und erprobte Methoden.

Besonders begabten Kindern eröffnen sich viele Möglichkeiten. Doch zunächst muss die Begabung überhaupt erkannt werden; sodann benötigt das Kind eine gezielte Förderung. Langeweile und Frustration können ansonsten die Folge sein. Die damit verbundenen Herausforderungen standen zuletzt verstärkt im Blickpunkt des Interesses. So hat zum Beispiel die Kultusministerkonferenz (KMK) im Jahr 2015 eine eigene "Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler" verabschiedet.

Intellektuell Kompetenzen erfassen 

Auch die Forschung ist in diesem Bereich erheblich vorangekommen. Im Ergebnis gibt es inzwischen neben vielen erprobten Tests, mit denen sich intellektuell Kompetenzen erfassen lassen, auch Möglichkeiten, andere Begabungen zu diagnostizieren. Dazu zählen zum Beispiel musische Talente. Außerdem sind zahlreiche Förderansätze entstanden. Das ist auch notwendig, denn "besondere Begabungen brauchen besondere Aufmerksamkeit", wie Professor Dr. Marcus Hasselhorn, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), betont. Er ist Mitausrichter des Frankfurter Forums, das heute die pädagogische Praxis über den aktuellen Forschungsstand zum Thema "Begabungen und Talente" informiert.

Besondere Aufmerksamkeit für besondere Begabungen 

Mehr als 100 Lehrerinnen und Lehrer sowie pädagogische Fachkräfte sind der Einladung zu der Veranstaltung auf dem Campus Westend der Goethe-Universität in Frankfurt am Main gefolgt. In zahlreichen Beiträgen erfahren sie unter anderem mehr über die Arbeit der Hector-Kinderakademien. Sie fördern besonders begabte Kinder in Baden-Württemberg nahezu flächendeckend bereits im Grundschulalter. Workshops bringen den Besucherinnen und Besuchern darüber hinaus zwei Kurs-Module der Hector-Kinderakademien näher. Der eine Kurs fördert das Interesse an Naturwissenschaften und das generelle Wissenschaftsverständnis. Der andere hilft den Kindern dabei, ihr Wissen besser präsentieren zu können. Die abschließende Podiumsdiskussion, in die sich auch alle Gäste mit Fragen und Anregungen einbringen können, widmet sich der Förderstrategie der KMK. Diese setzt unter anderem darauf, die Lehrerbildung weiterzuentwickeln und Kooperationen von schulischen und außerschulischen Akteuren zu intensivieren.

Dialog zwischen Forschung und Praxis 

Das einmal im Jahr ausgerichtete Frankfurter Forum wird von den Herausgebern der Schultests, Vorschultests, Förderprogramme und der Buchreihe "Tests und Trends", die im Hogrefe Verlag erscheinen, sowie dem DIPF, der Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung (GFPF) sowie der Goethe-Lehrerakademie (GLA) der Goethe-Universität Frankfurt organisiert. Ziel des Forums ist es, die pädagogische Praxis mit den Möglichkeiten empirischer Forschung vertraut zu machen. Dazu zählen aktuelle Erkenntnisse der Grundlagenforschung und konkrete Diagnosemöglichkeiten wie standardisierte Tests oder pädagogische und psychologische Verfahren.

Ausführliche Informationen zum Frankfurter Forum 2017 stehen auf der Webseite des DIPF zur Verfügung. 

Quelle: Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung vom 23.03.2017

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