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Bildungsforschung / Gender

Studie: Keine Geschlechtergleichheit im Bildungswesen

Bei der Fächerwahl und Leistung bestehen im Bildungswesen nach wie vor Ungleichheiten und Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Dies ist die Schlüsselbotschaft des neuen unabhängigen Expertenberichts der EU-Kommission zu Geschlecht und Bildung. Geschlechtsbezogenen Unterschiede in der Bildung sind eng mit Faktoren wie der Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Schichten, ethnischen Gruppen und Minderheiten verbunden.

Dem Bericht zufolge wird das Leseverhalten in großem Maße vom Geschlecht bestimmt. Es liegen Hinweise darauf vor, dass Jungen aus Arbeiterfamilien aller ethnischen Gruppen und Minderheiten am meisten Probleme beim Schreiben und Lesen haben und die Schule am häufigsten vorzeitig abbrechen. Die Geschlechterfrage spielt in bestimmten Studienrichtungen immer noch eine Rolle: Männer dominieren in Wissenschaft, Bau- und Ingenieurwesen und Frauen in Kunst, Geisteswissenschaften und allen Bereichen, die einen pflegerischen Hintergrund haben. Eltern und Freunde haben eine einflussreiche Rolle. Sie können geschlechtsspezifische Stereotype im Hinblick auf Erwartungen und Verhalten beeinflussen und tun dies auch. Es hat sich ebenfalls gezeigt, dass die Haltung der Lehrkräfte und Erzieher entscheidend ist, um hier einen Wandel zu ermöglichen. Der Bericht legt dar, dass stark selektive Leistungsklassen für Mädchen und Frauen in Mathematik und Wissenschaften nachteilig sein können. Nachteile können sich aber auch für Jungen ergeben, die unverhältnismäßig oft schwächeren Klassen zugeteilt werden.

Der Bericht wurde von NESSE, einem unabhängigen Netz von Fachleuten, die sich mit den sozialen Aspekten der Erziehung sowie der allgemeinen und beruflichen Bildung beschäftigen, verfasst. Er vereinigt Schlüsselerkenntnisse aus der internationalen Forschung zu Geschlecht und Bildung und hebt ihre Bedeutung für die Politikentwicklung und deren Umsetzung hervor. In dem Bericht werden Fakten und konkrete Empfehlungen beleuchtet, die für die Politik und die Entscheidungsträger im Bildungsbereich sowie in verwandten Sektoren von Nutzen sein können.

Weitere Informationen finden Sie unter http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/8764_de.htm.

Quelle: PM der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 05.10.2009

 

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