Bildungsforschung / Digitalisierung und Medien

Educational Technologies: Neue Professur erforscht Zukunftsfeld

Tablet und Smartphone in der Schule
Bild: woerterhexe / pixabay.com

Professor Dr. Hendrik Drachsler ist neuer Professor für Informatik mit dem Schwerpunkt Educational Technologies am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und an der Goethe-Universität Frankfurt. Mit der gemeinsamen Berufung stärken die beiden Institutionen die deutsche Forschung zur Digitalisierung von Bildung.

Warum müssen Handys und andere mobile Endgeräte eigentlich aus dem Klassenraum verbannt werden? Sollten sie nicht besser kreativ in den Unterricht des 21. Jahrhunderts eingebaut werden? Warum nicht an Stelle von traditionellen Papierformaten eine App für die Kommunikation über Stundenpläne, Prüfungsergebnisse oder Fehlzeiten zwischen Dozentinnen und Dozenten, Lernenden und eventuell den Eltern nutzen? Sind computergestützte Erweiterungen der Realitätswahrnehmung (Augmented Reality) nicht eine ideale Lösung, um die Lernwelt von Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden anzureichern? „Educational Technologies bieten zahlreiche Möglichkeiten, Bildungsprozesse effizienter, effektiver oder attraktiver zu gestalten“, so Professor Dr. Hendrik Drachsler. Als neuer Professor für Informatik mit dem Schwerpunkt Educational Technologies am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und an der Goethe-Universität Frankfurt wird er dieses Zukunftsfeld erforschen.

Lernen außerhalb der Hochschule und am Arbeitsplatz

Professor Drachsler ordnet ein: „International wird bereits seit einigen Jahren intensiv zu Educational Technologies geforscht. Ziel ist es, Deutschland der Spitzengruppe näherzubringen.“ Im Rahmen seiner neuen Aufgabe wird er alle Bildungsbereiche in den Blick nehmen und sich auch dem Lernen außerhalb der Hochschule und am Arbeitsplatz widmen. Als einen Schwerpunkt bearbeitet die Professur das Thema „Learning Analytics“, das Auswerten von Daten aus Bildungsprozessen. Damit sollen neue Erkenntnisse über das Bildungssystem und individuelle Lehr-Lernprozesse gewonnen werden, die es auch ermöglichen, personalisierte Lernarrangements zu etablieren.

Am DIPF ist die Professur der Abteilung Informationszentrum Bildung (IZB) zugeordnet. Sie wird zudem in die Arbeiten des interdisziplinären und abteilungsübergreifenden Zentrums für technologiebasiertes Assessment (TBA) eingebunden. An der Universität ist sie am Fachbereich Informatik und Mathematik verankert. So weiten DIPF und Universität ihre langjährige Kooperation auf ein weiteres Themenfeld aus.

Digitale Infrastruktur für die Bildung 

Das IZB entwickelt und betreibt Angebote der digitalen Infrastruktur für den gesamten Bildungsbereich. Dazu zählen der Deutsche Bildungsserver, das Fachportal Pädagogik und das Forschungsdatenzentrum Bildung. Das TBA-Zentrum realisiert innovative computerbasierte Verfahren, um Lernergebnisse zu erfassen und zu analysieren. Professor Dr. Marc Rittberger, Stellvertretender Geschäftsführender Direktor des DIPF und Direktor des Informationszentrums Bildung, erläutert die mit der Neuberufung verbundene Zielsetzung: „Gemeinsam mit der Goethe-Universität wollen wir die Forschung zur Digitalisierung von Bildung ausbauen und auf dieser Basis auch unsere Infrastrukturangebote weiterentwickeln. Wir sind sehr froh, mit Professor Drachsler einen international profilierten Experten für diese Aufgabe gewonnen zu haben.“

Forschung im Bereich Data Science 

Professorin Dr. Mirjam Minor, Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Informatik (IfI), freut sich über den Zuwachs: „Professor Drachsler ist einer der weltweit renommiertesten Forscher im Bereich Learning Analytics und stärkt damit unsere Forschung im Bereich Data Science. Die Kooperation des IfI mit dem TBA-Zentrum eröffnet hervorragende Chancen für neue Anwendungen von Educational Technologies. Professor Drachslers Lehrtätigkeit wird eine wertvolle Bereicherung unserer Studiengänge sein.“

Hendrik Drachsler war zuletzt in den Niederlanden als Professor für „Technology-Enhanced Learning“ an der Hochschule Zuyd und als Asscociate Professor für „Learning Analytics“ an der dortigen Fern-Universität tätig. Er leitet die Special-Interest-Group „Data-driven Research and Learning Analytics“ der „European Association of Technology Enhanced Learning“ (EATEL) und ist Vorstandsmitglied der weltweit vernetzten „Society of Learning Analytics Research” (SoLAR). Der promovierte Informatiker war als Forschungsleiter bereits für mehrere niederländische und EU-weite Projekte verantwortlich.

Quelle: Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung vom 08.06.2017

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