Bildungsforschung

BaWü: Deutliche Steigerung bei Studierenden in MINT-Fächern

„Die Studierenden haben das Potenzial für die eigene Karriere erkannt, das in den MINT-Studiengängen unserer Hochschulen steckt“, sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) in Baden-Württemberg.

Angesichts der positiven Entwicklung der Studierendenzahlen in den MINT-Studiengängen (Mathematik - Informatik - Naturwissenschaft - Technik) unterstrich sie in Stuttgart auf einer Pressekonferenz mit dem statistischen Landesamt: „Wir brauchen noch mehr Frauen und mehr Studierende mit Migrationshintergrund in diesen Bereichen.“ Der Bedarf an hochqualifizierten MINT-Fachkräften sei gerade im Südwesten besonders groß.

Der Anteil an MINT-Beschäftigten ist mit 448.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen (11,2 Prozent der Beschäftigten) im MINT-Bereich im Südwesten bundesweit am höchsten, gefolgt von Hamburg (10,7) und Hessen (10,2). Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Absolventen.

Diesem Bedarf kommen die neuen Studierendenzahlen sehr entgegen: 127.361 Studierende in MINT-Fächern kann Baden-Württemberg aktuell vermelden, 28,3 Prozent davon sind Studentinnen.  Die Studienanfängerzahlen im MINT-Bereich legten dabei um 22 Prozent im Vergleich zum vorherigen Studienjahr zu, die Gesamtzahl der Studierenden lediglich um 16 Prozent*.

„Die MINT-Studiengänge sind im Gegensatz zu früher nun sehr gut ausgelastet“,  sagt Bauer.Das MWK trage mittels mehrerer Bausteine zu der Verstetigung starker Absolventenzahlen bei. Im Rahmen des Hochschulpakts 2012 wurden 22.000 neue Studienplätze geschaffen. Rund 42 Prozent hiervon sind Studienplätze im MINT-Bereich.

Um zusätzliche Potenziale für MINT-Fächer zu heben

    finanziert das MWK Beratungsstellen für Frauenkarrieren in naturwissenschaftlich-technischen Berufen.
    werden Schüler mit Migrationshintergrund von Studienbotschaftern des MWK darin motiviert, ihre Zukunftsperspektive um die Option eines Studiums zu erweitern.
    verstärkt das MWK die Bemühungen, Studienabbrecherquoten zu senken. Dies geschieht etwa durch „Studienmodelle individueller Geschwindigkeit“ und „Willkommen in der Wissenschaft“. Diese Programme sind notwendige Antworten auf die zunehmende Heterogenität in der Gesellschaft.

„Wir müssen permanent Antworten darauf finden, wie wir noch mehr junge Menschen für ein Hochschulstudium begeistern können“, sagte Bauer. Bildung sei die einzige Ressource, die das Land besitze: „Jeder potenziell schlaue Kopf, den wir verlieren, wird uns am Ende bitter fehlen.“

Weil die Studienfachwahl in den MINT-Fächern stark geschlechtsspezifisch geprägt ist, gebe es gerade hier noch ungenutzte Möglichkeiten.

Frauen interessieren sich eher für MINT-Fächer, wenn sie anwendungsbezogen ausgerichtet sind, interdisziplinäre und internationale Aspekte beinhalten oder Bezug zu gesellschaftlichen Themen herstellen, etwa der Energiewende.

Aus diesem Grund hält Bauer es für wichtig, zu prüfen, inwieweit der Anwendungsbezug im Studium stärker akzentuiert werden kann. Dass etwaige strukturelle Maßnahmen hierbei aber unter keinen Umständen zu Lasten der Qualität in der Lehre gehen dürfen, verstehe sich von selbst, stellte die Minsiterin klar: „Schminkkurse werden wir nicht einführen.“

*Vorläufige Ergebnisse des MWK

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

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