Bildungsforschung / Kinder- und Jugendpolitik

263 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit gehen nicht zur Schule

Vile Kinder unterschiedlicher Nationen sitzen auf der Form einer Weltkarte
Bild: rawpixel.com

Die UNESCO warnt vor einem Stillstand in der Bildung. Seit 2012 hat sich die Anzahl der Kinder ohne Schulzugang kaum verringert. Mehr als die Hälfte der betroffenen Minderjährigen sind zwischen 15 und 17 Jahren. Dies zeigt ein neuer Bericht der UNESCO. Vom Ziel der Globalen Nachhaltigkeitsagenda, bis 2030 eine hochwertige, inklusive und chancengerechte Bildung für alle zu ermöglichen, sei man noch weit entfernt.

263 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren haben weltweit keinen Zugang zu Bildung. Das stellt ein neuer UNESCO-Bericht fest. Die Autoren weisen darauf hin, dass sich die Anzahl der Kinder ohne Schulzugang seit 2012 kaum verringert hat und warnen vor einem Stillstand in der Bildung. Das internationale Steuerungsgremium der UNESCO zur Umsetzung der Globalen Bildungsagenda 2030 (Globales Nachhaltigkeitsziel 4) berät noch bis zum 2. März 2018 am UNESCO-Hauptsitz in Paris über Strategien zur Erreichung einer hochwertigen, inklusiven und chancengerechten Bildung für alle bis zum Jahr 2030.

Jugendliche besonders gefährdet

Von den 263 Millionen Kindern und Jugendlichen ohne Schulzugang sind 63 Millionen im Grundschulalter (6-11 Jahre), 61 Millionen im unteren Sekundarschulalter (12-14 Jahre) und 139 Millionen im oberen Sekundarschulalter (15-17 Jahre). Gründe für die hohe Anzahl der Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren, die keine Schule besuchen, sind vielfältig. Ein Großteil von ihnen hatte nie die Chance, eine Schule zu besuchen. Gleichzeitig ist die obere Sekundarschulbildung in vielen Ländern nicht verpflichtend. Nicht zuletzt entscheiden sich viele Jugendliche in dem Alter für eine Erwerbstätigkeit oder sind dazu gezwungen und beenden damit ihre Schullaufbahn.

Bildungskrise in Subsahara-Afrika

Wie bereits in den vergangenen Jahren leben die meisten Kinder und Jugendlichen ohne Schulzugang in Subsahara-Afrika. 34 Millionen der 63 Millionen Kinder im Grundschulalter ohne Schulzugang stammen aus der Region. Die Länder mit den höchsten Raten der Kinder ohne Schulbildung weltweit sind Süd Sudan (68 Prozent), Liberia (62 Prozent), Eritrea (57 Prozent), Äquatorialguinea (56 Prozent), Sudan (44 Prozent) und Djibouti (41 Prozent).
Neun von zehn Jugendlichen im unteren Sekundarschulalter leben in nur drei Regionen: Subsahara-Afrika führt auch diese Statistik mit 27 Millionen an, gefolgt von Südasien1  mit 18 Millionen sowie Ost- und Südostasien mit 8 Millionen. Nur bei den 15- bis 17-Jährigen ergibt sich eine andere regionale Verteilung. Die meisten Jugendlichen in dem Alter, die keine Schule besuchen, leben in Südasien. Das betrifft in der Region rund 67 Millionen Jugendliche. In Subsahara-Afrika gehen 36 Millionen Jugendliche im oberen Sekundarschulalter nicht zur Schule, in Ost- und Südostasien sind es 16 Millionen.

Bis 2030 hochwertige, inklusive und chancengerechte Bildung für alle

Mit der Globalen Nachhaltigkeitsagenda hat sich die Staatengemeinschaft dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2030 Menschen weltweit eine hochwertige, inklusive und chancengerechte Bildung zu ermöglichen. Der UNESCO-Bericht zeigt, dass sie davon noch weit entfernt ist.

Hintergrund

Das Bildungsziel der Globalen Nachhaltigkeitsagenda lautet: „Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern“. Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieses Ziels und ist für das Monitoring verantwortlich. Jährlich gibt sie einen Weltbildungsbericht heraus.

Der UNESCO-Bericht „One in Five Children, Adolescents and Youth is Out of School” (PDF 1,1 MB) in englischer Sprache, kann von der Webseite der UNESCO heruntergeladen werden.

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission vom 01.03.2018

Info-Pool