Sie sind hier: Startseite  Im Fokus  Gesundheit

Gesundheit / Forschung

Unterernährung bleibt Hauptursache für Kindstod

Ein leerer Teller
Bild: Yarik Mishin   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Unterernährung ist weltweit für 45 Prozent der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren verantwortlich, wie eine Studie der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health ermittelt hat. Eine schlechte Ernährung führt jährlich zum Tod von rund 3,1 Mio. Kindern dieser Altersgruppe.

3,5 Bio. Dollar Kosten pro Jahr

Ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Robert Black hat die verschiedenen Ursachen von Unterernährung in Schwangerschaft und Kindheit untersucht. Laut den Forschern haben die ersten 1.000 Tage des Lebens, von der Empfängnis bis zum zweiten Lebensjahr, dauerhafte Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin The Lancet (http://thelancet.com) veröffentlicht.

Zur Fehlernährung gehören Übergewicht und Fettsucht genauso wie Unterernährung. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind enorm. Laut einem neuen Bericht der Vereinten Nationen kostet Fehlernährung die Welt rund 3,5 Bio. Dollar, das entspricht 500 Dollar pro Mensch in den Bereichen Gesundheitsversorgung und verlorener Produktivität.

900.000 Leben wären zu retten

Für die aktuelle Studie analysierten die Wissenschaftler Daten zu Unterernährung und Fettsucht bei Müttern und Kindern in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen seit 2008. Zusätzlich untersuchte das Team nationale und internationale Fortschritte bei Ernährungsprogrammen. Es hat laut den Forschungsergebnissen in den letzten Jahren Fortschritte gegeben.

Trotzdem schätzen die Forscher, dass 2011 weltweit mehr als 165 Mio. Kinder unter Wachstumsstörungen gelitten haben - das heißt, dass sie für ihr Alter zu klein sind und dass rund 50 Mio. von Auszehrung betroffen waren. Rund 900.000 Menschenleben könnten laut den Experten in 34 Ländern gerettet werden, wenn zehn erprobte Ernährungsinterventionen auf 90 Prozent der Welt ausgeweitet würden.

Kein Ausweg aus der Armutsfalle

Laut Black haben die Monate der Schwangerschaft und die Bedingungen in den ersten beiden Lebensjahren große Auswirkungen auf die Sterblichkeit und chronische Erkrankungen bei Erwachsenen. Die Wissenschaftler warnen, dass sich die betroffenen Länder nicht von der Armut befreien werden können, wenn Ernährung nicht zu einer weltweiten Priorität wird. Entwicklungsexperten kommen an diesem Wochenende in London zu einem Ernährungsgipfel zusammen, der von den Regierungen Großbritanniens und Brasiliens veranstaltet wird.

Quelle: pressetext.redaktion