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Forschung / Europa

Junge Forscher aus Kassel beim Europäischen Forschungswettbewerb ausgezeichnet

Eine mathematische Formel
Bild: © Torbz - Fotolia.com

Drei Bundessieger von "Jugend forscht" haben es auf das europäische Siegerpodest geschafft: Philipp Mandler (18) aus Edermünde, Anselm Dewald (19) aus Kassel und Robin Braun (18) aus Baunatal wurden gestern (Dienstag) als beste deutsche wissenschaftliche Nachwuchstalente in Warschau mit einem dritten Platz beim 26. Europäischen Forschungswettbewerb ausgezeichnet.

Sie erhalten für ihr Projekt ein Preisgeld von 3500 Euro. Die drei jungen Forscher haben einen sechsbeinigen Erkundungsroboter, den "Hexapod", entwickelt, der sich über ein Smartphone steuern lässt und beweglicher und kompakter als vergleichbare Systeme ist. Erkundungsroboter kommen bei Rettungsdiensten in Katastrophengebieten zum Einsatz: Sie  können eingestürzte Gebäude untersuchen und Echtzeitbilder aus dem Gebäudeinneren senden.

Außerdem wurden Adrian Huck (19), Daniel Heid (19) und Rafael Quadbeck (17) aus dem baden-württembergischen Gegenbach für ihre Forschungen im Bereich der Biologie ausgezeichnet. Sie dürfen eine Woche lang die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission (JRC) in Ispra, Italien besuchen. Die jungen Forscher haben den Einsatz spezieller Bakterien für die Extraktion von Schwefelwasserstoff in Biogasanlagen untersucht, um eine Alternative für das bestehende aufwendige und teure Verfahren zu finden.

Am diesjährigen Europäischen Forschungswettbewerb nahmen 110 Forscherinnen und Forscher im Alter zwischen 14 und 20 Jahren teil. EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn beglückwünschte die Teilnehmer und sagte: "Forschung und Innovation entstehen aus einer Vielfalt von Ideen: Deshalb müssen wir jungen Menschen die Freiheit geben, ihre Ideen zu entwickeln und kreativ zu sein. Wir müssen uns auch noch stärker dafür einsetzen, dass sich mehr Frauen für Wissenschaft und Technik begeistern. Das sind echte Herausforderungen für unsere Bildungssysteme."

Die drei ersten Preise, jeweils dotiert mit 7 000 Euro, gingen an João Pedro Estácio Gaspar Gonçalves de Araújo aus Portugal für "A natural characterization of semilattices of rectangular bands and groups of exponent two", an Mariana De Pinho Garcia und Matilde Gonçalves Moreira da Silva aus Portugal für "Smart Snails" und an Luboš Vozdecký aus der Tschechischen Republik für "Rolling Friction". Die zweiten Preise erhielten in diesem Jahr Projekte aus Irland, Bulgarien und Slowenien in den Bereichen Mathematik und Chemie. Projekte aus Litauen, dem Vereinigten Königreich wurden neben dem deutschen Projekt jeweils mit einem dritten Preis ausgezeichnet.

Bei dem Wettbewerb in Warschau waren 77 Projekte aus 36 Ländern vertreten (EU-Mitgliedstaaten, assoziierte Staaten und andere Länder). Alle Projekte waren bereits in den nationalen Ausscheidungen mit dem ersten Preis der jeweiligen Fachrichtung bedacht worden. Sie decken ein breites Spektrum wissenschaftlicher Bereiche ab: Biologie, Physik, Chemie, Informatik, Sozialwissenschaften, Umwelt, Mathematik, Werkstoffe, Technik und Medizin.

Der Wettbewerb soll die Teilnehmerländer darin unterstützen, junge Menschen für das Studium so genannter MINT-Fächer (Mathematik, Ingenieur-/Naturwissenschaften und Technologie) zu interessieren und sie zu ermutigen, berufliche Laufbahnen in Wissenschaft und Forschung einzuschlagen. Die Zahl der teilnehmenden Nachwuchsforscherinnen und -forscher ist von 59 im ersten Jahr (1989) auf 110 in diesem Jahr gestiegen.

Alle drei ersten Preise sind mit 7000 Euro dotiert, während die Teams an zweiter und dritter Stelle jeweils 5000 Euro bzw. 3500 Euro erhalten. Weitere Preise sind Reisen zum International Youth Science Forum in London sowie zum International Youth Science Seminar in Stockholm. Darüber hinaus gibt es Preise von Sponsoren aus der Wirtschaft (u. a. Reisen zur Wissenschaftsmesse Intel ISEF in den USA) sowie von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission, der Vereinigung europäischer Forschungsorganisationen EIROforum und dem Europäischen Patentamt.

Weitere Informationen über den Wettbewerb und die Preisträger hier und in der ausführlichen Pressemitteilung sowie auf der Webseite des Bundeswettbewerbs "Jugend forscht".

Informationen über den Ausscheid in Warschau

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 24.09.2014