Sprachförderung

Wer forscht, lernt auch zu sprechen

Bild: © Stiftung Haus der kleinen Forscher

Kinder sind von Natur aus wissbegierig und neugierig – und damit bereits kleine Forscher. Darauf, dass das so bleibt, haben pädagogische Fachkräfte immensen Einfluss. Sprachliche Förderung und das Erforschen von Alltagsphänomenen gehen dabei Hand in Hand. Der Bundesverband für Logopädie und die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ erläutern die Zusammenhänge bei digitalen Fachtagen zu „MINT und Sprache“ am 18. und 20. März.

Faszination und Neugierde – das sind die besten Voraussetzungen, um anregende Sprechanlässe für Kinder zu schaffen. „Daher eignet sich das gemeinsame Entdecken und Forschen auch so gut zur Sprachförderung“, sagt Veronika Meiwald vom Bundesverband für Logopädie. Wie pädagogische Fach- und Lehrkräfte diese beiden wichtigen Lernbereiche leicht verknüpfen und im pädagogischen Alltag gewinnbringend einsetzen können, erklären die Logopädin gemeinsam und Dr. Stephan Gühmann Fachleiter MINT bei der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ am 18. und 20. März erstmals digital.

Echte Sprechanlässe im pädagogischen Alltag schaffen

„Forschen und Sprechen gehen Hand in Hand“, so Dr. Gühmann. Wichtig sei dabei immer die Haltung der Lernbegleitung. „Gute Lernbegleitungen sind gute Zuhörer, sie halten sich zurück, stellen offene Fragen oder geben gezielte, aktive Aufforderungen: Anstatt zu fragen ,Warum ist das so?‘, fragen sie: ,Was denkst du, warum das so ist? Was beobachtest du? Was passiert da?‘ Oder sie regen zu einer Aktion an: ,Was passiert, wenn du die Flasche umdrehst?‘ Und schon gibt es ganz viel zu erzählen“.

„Die Neugier der Kinder ist hier der Pilot.“

Für Veronika Meiwald als Logopädin ist die Anregung durch das gemeinsame Entdecken und Erforschen ein großer Mehrwert in der Sprachförderung: „Die Neugier der Kinder ist hier der Pilot“, sagt sie mit Nachdruck. „Es ist etwas anderes, ob ich als Fachkraft dem Kind eine Bildkarte hinhalte und wiederholtes Nachsprechen einfordere oder ob das Kind von sich aus das Bedürfnis entwickelt zu sprechen. So wechseln sich echte Sprechanlässe mit Phasen gemeinsamen Handelns ab und die Sprechfreude der Kinder entwickelt sich an ihren eigenen Interessen entlang.“

Vorträge im März

Erzieher/-innen und Grundschullehrkräfte aus dem Großraum Coburg können während der Coburger Bildungsgespräche tiefer in das Thema eintauchen. Denn am Donnerstag, 18. März 2021, von 9.30 bis 13.30 Uhr, laden Veronika Meiwald und Dr. Stephan Gühmann erstmals zum digitalen Fachtag ein. Infos und Anmeldung.

Am Samstag, 20. März 2021 von 9.30 bis 13.30 Uhr halten sie ihren Vortrag für pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem digitalen Fachtag von „Leben und Lernen e.V.“ aus Rostock. Weitere Informationen bietet die Website des Vereins.

Einen guten Einstieg in das Thema bietet der kostenlose und jederzeit abrufbare offene Online-Kurs „Wer forscht, der fragt – wer fragt, der forscht“ der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Hier gibt es leicht umzusetzende Ideen und Tipps, wie das entdeckende und forschende Lernen die Sprache fördern kann. Zur Anmeldung.

Quelle: Haus der kleinen Forscher vom 12.03.2021

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