Ganztagsbildung / Jugendsozialarbeit

Strafen, Sanktionen oder pädagogische Konsequenzen – Überlegungen zu Sanktionierungen in Schule und Jugendhilfe

Schüler im Unterricht
Bild: © Christian Schwier - fotolia.com

Wie unterscheiden sich eigentlich Strafe, Sanktion und pädagogische Konsequenzen und was haben diese mit Zwang in der Erziehung zu tun? Der Fachbeitrag von Julian von Oppen für die Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe beantwortet diese Fragen allgemein und spezifisch für die Handlungsfelder Jugendhilfe und Schule, denn gerade an der Schnittstelle dieser beiden Systeme kommt es häufig zu Missverständnissen über Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Sanktionspraxen.

Die meisten pädagogischen Fachkräfte, egal ob Lehrer/-innen oder Sozialpädagog(inn)en würden sich wohl gegen ‚Strafen‘ als Mittel der Erziehung aussprechen. Das Wort weckt zu viele Assoziationen zu Macht, Zwang und ‚schwarzer Pädagogik‘. Sie würden lieber von ‚pädagogisch begründeten Konsequenzen‘ oder ‚Sanktionen‘ sprechen und Zwangsmaßnahmen ablehnen. Aber wie genau unterscheiden sich Strafe, Sanktion und pädagogische Konsequenz? Oder sind es nur ‚gute‘ und ‚böse‘ Wörter für ein und dasselbe Phänomen in der Erziehung? Was also ist eigentlich unter Zwang in der Erziehung zu verstehen und wie und wann ‚darf‘ oder ‚muss‘ er ausgeübt werden?

Diese Fragen stellen sich in allen pädagogischen Arbeitsfeldern gleichermaßen, können aber vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Aufträge von Schule und Jugendhilfe durchaus unterschiedlich beantwortet werden.

Professionsspezifisches Wissen zum Thema Sanktionen für Fachkräfte

Lehrer/-innen und Sozialpädagog(inn)en bzw. Erzieher/-innen werden im Zusammenhang mit Sanktionierungen häufig sehr unterschiedlich charakterisiert: Dabei gelten die Lehrkräfte häufig als ‚streng‘, ‚nur auf Leistung schauend‘ und ‚nach Vorschrift‘ handelnd. Den sozialpädagogischen Fachkräften hingegen wird nachgesagt, dass sie immer für alles ‚Verständnis‘ hätten und alles ‚verzeihen‘ würden. Ihnen fehle dann die nötige Härte oder Konsequenz im Umgang mit Regeverstößen. Diese gegenseitigen Selbst- und Fremdwahrnehmungen sind häufig Ursache für Unverständnis zwischen den Professionen. Das Ziel des vorliegenden Artikels ist es, Fachkräften in Schule und Jugendhilfe allgemeines und professionsspezifisches Wissen zum Thema Sanktionen zur Verfügung zu stellen und damit das gegenseitige Verstehen und das (gemeinsame) Reflektieren von Sanktionsfragen zu verbessern.

Der vollständige Fachbeitrag „Strafen, Sanktionen oder pädagogische Konsequenzen – Grundlegende Überlegungen zu Sanktionierungen in Schule und Jugendhilfe“ (PDF, 456 KB) von Julian von Oppen steht als Download zur Verfügung.

Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe (LSJ)

Der Beitrag ist Teil der Reihe Fachbeiträge zur Kooperation, die von der Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe (LSJ) in Potsdam herausgegeben wird. Die LSJ arbeitet in Trägerschaft der kobra.net, Kooperation in Brandenburg, gemeinnützigen GmbH. Der Projektverbund kobra.net hat zum Ziel, durch das Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Akteure die Bildungsqualität und Partizipationschancen für junge Menschen im Land Brandenburg zu verbessern. Mit den regelmäßig erscheinenden Fachbeiträgen zur Kooperation soll der Praxis- Theorie-Praxis-Transfer erhöht und Erfahrungswissen aus 20 Jahren Kooperationsberatung weitergegeben werden.

In der Reihe Fachbeiträge werden aktuelle Themen an der Schnittstelle Schule - Jugendhilfe aufgegriffen. Die Fachbeiträge erscheinen drei- bis viermal jährlich und sind auf den Seiten der LSJ frei herunterladbar.

Quelle: kobra.net, Kooperation in Brandenburg, gemeinnützige GmbH

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