Qualifizierung / Flucht und Migration

Start der Weiterbildung: Trauma-sensitives Arbeiten mit Flüchtlingen

Ein Mann schreit etwas an eine Tafel während eine Gruppe von Personen auf Stühlen ihm zuhört
Bild: rawpixel.com

Der Traumatisierung von Geflüchteten kommt im beruflichen Kontext der Helfer und täglichen Umgang mit ihnen eine große Bedeutung zu. Will man die Flüchtlinge "erreichen" und sie an die – zur Integration vorgesehenen – Hilfsangebote heranführen, braucht es Einsicht und Respekt für die Situation dieser Menschen. Die gute Nachricht: Handlungsstrategien für die berufliche Praxis in der Flüchtlingsarbeit sind erlernbar. Das Seminar "Trauma-sensitives Arbeiten mit Flüchtlingen" zeigt, wie es gelingt.

Das Kommunale Bildungswerk e.V. bietet seit 2015 Schulungen für die Arbeit mit Geflüchteten an. Einfließen konnten Erfahrungen aus Weiterbildungen zu interkulturellen Kompetenzen, Psychologischer Erster Hilfe und Seelsorge sowie Jugendhilfe. Als besonderes Schwerpunktthema hat sich das Trauma-sensitive Arbeiten mit Geflüchteten  unter den Qualifizierungen und Bildungsmaßnahmen etabliert.  Das nächste Seminar "Trauma-sensitives Arbeiten mit Flüchtlingen" findet vom 20.07. bis 21.07.2017 beim Kommunalen Bildungswerk e.V. in Berlin statt. Die Teilnahme wird unter Umständen vom BAMF mit Fördermitteln bezuschusst.

Das Trauma - oft unsichtbar und doch präsent

Warum aber ist das Trauma der Geflüchteten ein solches Thema in der Arbeit von für die Integration zuständigen Behörden, Vereinen, Lehreinrichtungen und Flüchtlingsunterkünften? Die in Deutschland zuletzt aufgenommenen Flüchtlinge stammen zumeist aus Kriegs- und Krisengebieten und sind dadurch oft (schwerst) traumatisiert. Sie waren häufig dramatischen Erlebnissen in Krieg, Verfolgung und Flucht ausgesetzt. Sie begleiten Angst und ein permanent hohes Stressniveau, oft über lange Zeit. Die aufnehmende Gesellschaft in Deutschland steht im Berufsalltag den Geflüchteten in vielerlei Rollen gegenüber. Die Flüchtlinge kommen als Patient/-innen, Klient(inn)en, Kund(inn)en oder Schüler/-innen zu ihnen. Ihre Reaktionen in Gesprächssituationen, im Behördenalltag oder in administrativen Prozessen (z. B. Beantragung von Hilfen) erscheinen für die Mitarbeitenden oft unverständlich oder irrational. Die möglichst konfliktfreie Kommunikation ist jedoch unerlässlich dafür, den Flüchtlingen die Hilfsangebote verfügbar zu machen, die Integration zu fördern und um Handlungshemmnisse abzubauen.

Trauma-sensitives Arbeiten als Handlungsstrategie für den Beruf

Zunehmend setzt sich nun die Erkenntnis durch, dass Verwaltungsmitarbeitende, Flüchtlingshelfer/-innen, Lehrkräfte von Integrationskursen sowie Vereinsmitglieder und Ehrenamtliche qualifiziert werden müssen, um mit diesen Traumatisierungen in der täglichen Berufspraxis umgehen zu können. Im Seminar soll ein besseres Verständnis für die Verhaltensweisen und Bedürfnisse betroffener Menschen und mehr Sicherheit im Umgang mit ihnen vermittelt werden. Bei der trauma-sensitiven Arbeitsweise geht es nicht um die Aufarbeitung der Traumata, sondern um die Vermeidung zusätzlicher Belastung und den Aufbau von Vertrauen. Es wird Raum gegeben für Austausch und Fallbesprechungen sowie die Entwicklung konkreter Handlungsstrategien. Es werden darüber hinaus Wege aufgezeigt, wie sich Helfende vor den emotionalen Belastungen dieser Arbeit besser schützen können. Weitere Informationen und die Anmeldemöglichkeit stehen auf der Webseite des Kommunalen Bildungswerks zur Verfügung.

Quelle: Kommunales Bildungswerk e.V.

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