Qualifizierung

GVS übergibt Weiterbildung zur/zum Suchttherapeut/-in an den buss

Eine Jugendliche sitzt mit einer Flasche Korn und Handschellen auf dem Boden

Am 30. September unterzeichneten in Potsdam Vertreter/-innen des Gesamtverbands für Suchthilfe e.V. (GVS) – Fachverband der Diakonie Deutschland und des Bundesverbands für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss) den Vertrag zur Übernahme der Weiterbildung Suchttherapie durch den buss. Die Mitglieder beider Verbände hatten der Übernahme im Rahmen ihrer jeweiligen Mitgliederversammlungen per Beschluss zugestimmt.

Seit 1973 bietet der GVS die DRV/GKV-anerkannte Weiterbildung für Gruppen- und Einzeltherapeut/-innen im Tätigkeitsfeld der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker (Weiterbildung zur/zum Suchttherapeut/-in – psychoanalytisch und verhaltenstherapeutisch) an. Die GVS-Weiterbildung ist deutschlandweiter Marktführer in diesem Bereich und eine bei Arbeitgebern und Kostenträgern anerkannte Marke. Derzeit bieten in Deutschland acht Institute, darunter Hochschulen, Suchtfachverbände und andere gemeinnützige Gesellschaften, insgesamt neun von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) anerkannte Curricula für die Weiterbildung zur/zum Suchttherapeut/-in an.  

Elf laufende Weiterbildungskurse übergeben

Der buss übernimmt vom GVS elf laufende Weiterbildungskurse (drei psychoanalytisch orientierte und acht verhaltenstherapeutisch orientierte) mit 121 Teilnehmenden und 101 Dozent/-innen. Die neuen Kurse starten zum Sommersemester 2022. Als für die Weiterbildung zuständiges Institut gründet der buss die „Deutsche Gesellschaft für Weiterbildung in der Suchttherapie gGmbH“ mit Sitz in Kassel.
 
Es ist ein historischer Moment in der Geschichte des GVS, dieses Geschäftsfeld abzugeben. Der 1957 gegründete Verband hatte früh erkannt, dass die Mitarbeiter/-innen in der Suchtbehandlung Qualifizierungsmöglichkeiten benötigen, und ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsangebot entwickelt. Weitere Kernaufgaben des GVS sind die fachliche Arbeit und Lobbyarbeit für die kommunal orientierte Grundversorgung der Suchthilfe, insbesondere die Suchtberatungsstellen, für Einrichtungen der ambulanten medizinischen Rehabilitation Sucht (ARS), für Angebote der Eingliederungshilfe für Menschen mit Abhängigkeitserkrankung und für die Sucht-Selbsthilfe.

Gelungene Übergabe

Ralf Klinghammer, geschäftsführender Vorstand des GVS, unterstreicht den Wert der erfolgreich etablierten anerkannten Weiterbildung Suchttherapie, in der schon viele Therapeut/-innen für die Suchthilfe qualifiziert wurden, und begrüßt die gelungene Übergabe.

„Im Vordergrund stehen immer das Wohl und die Bedarfe der abhängigkeitskranken Menschen sowie deren qualifizierte Behandlung und Betreuung. Das Erreichen dieser Ziele wird durch die Angliederung der Weiterbildung Suchttherapie an den buss, der über einschlägige fachliche Expertise und Anerkennung verfügt, wirksam unterstützt.“

Der buss als Fachverband von momentan rund 150 stationären Einrichtungen mit ca. 7.000 Plätzen zur Behandlung und Betreuung von Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung (Alkohol, Medikamente, Drogen, Glücksspielsucht, Internetnutzungsstörungen sowie Essstörungen) freut sich sehr darauf, die Weiterbildung zur/zum Suchttherapeut/-in zu übernehmen.  
 
„Weiterbildung ist eine Zukunftsaufgabe“, sagt Corinna Mäder-Linke, Geschäftsführerin des buss. „Im Hinblick auf den demografischen Wandel in den ambulanten, ganztägig ambulanten und stationären Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe ist es dringend notwendig, Sozialarbeiter/-innen, Sozialpädagog/-innen, Psycholog/-innen oder Ärzt/-innen zur/zum Suchttherapeut/-in weiterzubilden. Diese Aufgabe nehmen wir nun in die eigenen Hände, um mit hoher fachlicher Qualität und Leidenschaft Fachkräfte auszubilden und eine exzellente Behandlung in der Suchthilfe dauerhaft zu sichern.“
 
Quelle: GVS Gesamtverband für Suchthilfe e.V. – Fachverband der Diakonie Deutschland vom 01.10.2021

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