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Qualifizierung / Sozialpolitik

Gewerkschaften fordern Bundesgesetz für die Weiterbildung

Fachkräfte sitzen in Reihe
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Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern ein Bundesweiterbildungsgesetz. Dafür haben sie, gemeinsam mit der IG Metall, konkrete Vorschläge vorgelegt. Ziel sind einheitliche, verbindliche Strukturen, mehr Qualität, bessere Ressourcen und Freistellungsansprüche für die Mitarbeitenden. So sollen Zugang, Teilnahme und Finanzierung von Weiterbildung einheitlich auf hohem Niveau sicher gestellt werden.

Weiterbildung soll zur Deckung des Fachkräftebedarfs beitragen, gesellschaftliche Prozesse der Individualisierung, Pluralisierung, des Strukturwandels und der Digitalisierung unterstützen. Sie soll Fragen einer älter werdenden Gesellschaft beantworten und die Zivilgesellschaft mitentwickeln. Die neue Bundesregierung, so die Gewerkschaften, muss sich darum kümmern, die passenden Rahmenbedingungen zu garantieren und die Qualität der Weiterbildung durch einheitliche Mindeststandards zu sichern.

Mindeststandards sichern Qualität  

„Die Infrastruktur der Weiterbildung ist unsystematisch und zeichnet sich durch einen Dschungel von Zuständigkeiten aus. Deshalb brauchen wir jetzt bundesweit verbindliche Regelungen“, so Ute Kittel, ver.di-Bundesvorstandsmitglied. Konkret fordern die Gewerkschaften einen zentralen Weiterbildungsfonds, der aus einer gemeinsam von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragenen Umlage in Höhe von einem Prozent der Lohn- und Gehaltssumme finanziert werden soll. Zudem schlagen sie einen bundeseinheitlichen Freistellungsanspruch zu Bildungszwecken vor. Die vernachlässigte Weiterbildungsberatung müsse verbessert sowie flächendeckend ausgebaut werden.

„Schließlich brauchen wir Weiterbildungsräte als regionale und nationale Regelungsinstanzen, die eine Kooperation und Koordination der vielfältigen Akteure der Weiterbildung ermöglichen. All dies ist mit einem bundesweiten Gesetz klar zu regeln“, betonte Ansgar Klinger, GEW-Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung.

Weiterbildung eröffnet Zukunfschancen 

Die Digitalisierung stelle die Weiterbildung verstärkt vor neue Herausforderungen, lebensbegleitendes Lernen gewinne für die gesamte Arbeits- und Alltagswelt an Bedeutung. Deshalb müssten vor allem geringqualifizierte und bildungsferne Menschen zur Weiterbildung ermutigt werden und die notwendigen Zugangschancen erhalten.

Die Initiative für ein Bundesweiterbildungsgesetz (pdf 8 MB) steht auf der Webseite der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zum Download zur Verfügung.

Quelle: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vom 17.10.2017

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