Qualifizierung / Sozialpolitik

Fachkräftestrategie des Bundes: Neue Weiterbildungskultur und qualifizierte Zuwanderung

Mehrere junge Erwachsene stehen hintereinander in einer Reihe und machen "Daumen hoch"
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Mit einer Fachkräftestrategie will die Bundesregierung dem Fachkräftemangel begegnen. Neben Maßnahmen im Bereich der Ausbildung, Qualität der Arbeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf bildet die Qualifizierung und Weiterbildung einen Schwerpunkt. Erwerbstätige sollen unterstützt werden, ihre Qualifikationen und Kompetenzen im Wandel der Arbeitswelt zu erhalten und anzupassen.

Die Ministerinnen und Minister Hubertus Heil, Franziska Giffey und Anja Karliczek, Peter Altmaier und Horst Seehofer haben am 06.11.2018 gemeinsam in Berlin eine Fachkräftestrategie vorgestellt und diese mit den Spitzen der Sozialpartner, Länder, Kammern und der Bundesagentur für Arbeit diskutiert.

Familienfreundlichkeit in der Wirtschaft ist keine nette Geste

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Familienfreundlichkeit in der Wirtschaft ist keine nette Geste sondern ein echter Standortvorteil für Unternehmen, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Ein großes Potenzial für die Fachkräftesicherung liegt in der guten Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf. Deshalb müssen wir es Beschäftigten erleichtern, ihre familiären Verpflichtungen und die Erwerbsarbeit unter einen Hut zu bekommen. Als Politik gestalten wir den Rahmen für ein familienfreundliches Land - mit guter Betreuung in Kitas, Kindertagespflege, Schulhort und auch mit direkten Geldleistungen für Familien. Aber auch die Unternehmen haben hier eine Verantwortung, die sie wahrnehmen müssen, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu sein.“

Fachkräftemangel als ernsthafte Herausforderung

Der Fachkräftemangel ist eine ernste Herausforderung für die deutsche Wirtschaft. Das inländische Potenzial wird hier alleine nicht ausreichen. Die Strategie bezieht daher auch europäische sowie Fachkräfte aus Drittstaaten ein. Mit dem heutigen Ausbau von „Make-it-in-Germany“ zum Portal der Bundesregierung für Fachkräfte aus dem Ausland setzt die Bundesregierung bereits jetzt einen weiteren wichtigen Schritt zur Fachkräftesicherung um.

Die Fachkräftestrategie umfasst drei Säulen: die inländischen, die europäischen und die internationalen Fachkräfte- und Beschäftigungspotenziale. Für jede Säule werden die wichtigsten Handlungsfelder und Maßnahmen
beschrieben. Der Fokus in der Umsetzung der Fachkräftestrategie liegt dabei auf den inländischen Potenzialen. Neben ineinandergreifenden Maßnahmen im Bereich der Ausbildung, Qualität der Arbeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf bildet die Qualifizierung und Weiterbildung der jetzt im Berufsleben stehenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Schwerpunkt.

Neue Weiterbildungskultur etablieren

Anknüpfend an das vielfältige Weiterbildungsengagement der Betriebe und die Motivation der Beschäftigten soll eine neue Weiterbildungskultur in Deutschland etabliert werden. Konkret gilt es, alle Erwerbstätigen dabei zu unterstützen, ihre Qualifikationen und Kompetenzen im Wandel der Arbeitswelt zu erhalten und anzupassen und somit zu erreichen, dass auf dem Arbeitsmarkt der digitalen Zukunft die Fachkräfte sind, die wir für einen starken Wirtschaftsstandort Deutschland brauchen - im Sinne der Beschäftigten und im Sinne der Betriebe und Unternehmen.

Deutschlands Wirtschaft ist aber auch weiterhin auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen. Schon heute leisten Fachkräfte aus dem europäischen Ausland im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und tragen wesentlich zu einer Entspannung der Fachkräftesituation bei. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, wollen die beteiligten Ministerinnen und Minister mit verschiedenen Maßnahmen den Arbeitsstandort Deutschland für Fachkräfte aus dem europäischen Ausland und ihre Familien attraktiv halten.

Der Ausbau von „Make-it-in-Germany“ zum Informationsportal der Bundesregierung für Fachkräfte aus dem Ausland ist hierfür ein weiterer wichtiger Schritt. Das Fachkräftezuwanderungsgesetz für qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten ergänzt diese Bemühungen und soll darüber hinaus helfen, gezielte Fachkräfteengpässe zu lindern, damit diese nicht zu einer Wachstumsbremse werden. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Gewinnung von Fachkräften mit qualifizierter Berufsausbildung liegen.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 08.11.2018

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