Qualifizierung / Kindertagesbetreuung

Bewegung in der Kindheit: Neues Kompetenzzentrum am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein

Drei Mädchen rennen
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Das neue Kompetenzzentrum „Kindheitspädagogik in Bewegung" am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein verfogt das Ziel, im Bereich der Kindheitspädagogik zu forschen und die Ergebnisse in die Lehre zu integrieren. Im Bereich der Fort- und Weiterbildung wird eine enge Kooperation mit Trägern von Kindergärten und Kindertagesstätten angestrebt. Darüber hinaus will das Zentrum als Träger einer Modell-Kita auf dem Campus der Hochschule ein Referenzobjekt bieten.

„Bewegung ist ein elementares Grundbedürfnis. Bei Kindern findet die Auseinandersetzung mit sich und ihrer Umwelt über ihren Körper statt, indem sie ihre Umwelt mit den Händen buchstäblich begreifen", sagt Prof. Dr. Astrid Krus. Zugleich ändere sich in unserer Gesellschaft das Bewegungsverhalten. „Weil sich schon Kinder seltener körperlich bewegen, nehmen Unfälle im Kindesalter zu. Kinder lernen immer weniger, Risiken einzuschätzen", fügt Prof. Dr. Christina Jasmund hinzu. Die beiden Professorinnen leiten das neue Kompetenzzentrum. Zugleich koordinieren sie seit rund zwei Jahren den Bachelorstudiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit", der sich speziell an Erzieherinnen richtet.

Dabei geht es um die Professionalisierung der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte - unter besonderer Beachtung des Themas Bewegung. Denn Astrid Krus und Christina Jasmund sind der Meinung, dass der Faktor Bewegung noch immer nicht den Stellenwert für die frühkindlichen Bildungs- und Entwicklungsprozesse besitzt, den er haben sollte - und zwar sowohl in der pädagogischen Ausbildung der Erzieherinnen als auch in den Kindertagesstätten selbst. Das wollen sie mit dem Kompetenzzentrum auf mehreren Ebenen ändern.

Wichtiger Bestandteil ist die Arbeit mit den Trägern von Kindertagesstätten. Am Mittwoch, 30. Mai, gibt es deshalb zum zweiten Mal den kindheitspädagogischen Nachmittag, bei dem Erzieherinnen eingeladen sind, sich über die Kompetenzen der Hochschule Niederrhein auf diesem Gebiet zu informieren. Thema ist diesmal die Ernährung. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Niederrhein geht es um „den kleinen Hunger". Weil Ernährungsbildung neue Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte stellt, drehen sich die Vorträge von Prof. Dr. Christel Rademacher und Regina Pieler um „bedarfsgerechte Ernährung, kindliches Essenlernen und institutionelle Ernährungsbildung".

Ein weiteres Ziel des Kompetenzzentrums ist die Gründung einer Modell-Kita auf dem Campus der Hochschule Niederrhein. Über den neu gegründeten Verein kibelig e.V. möchten die beiden Professorinnen Träger einer Kindertagesstätte werden, die für alle da ist. „Uns schwebt ein Familienzentrum für alle vor, das mit Diversitäten umgehen kann, mehrsprachig ist, multiethnisch und inklusiv", sagt Christina Jasmund. Weil das Thema Bewegung hier einen besonderen Platz einnehmen soll, müssen auch die Räumlichkeiten entsprechend sein. Da Bewegung, Entspannung und Gesundheitsförderung nicht nur die Kinder betrifft, denken die Professorinnen auch an ein Bewegungszentrum für Mitarbeiter der Hochschule, Lehrende und natürlich die Studierenden.

„Wir möchten ein niederschwelliges Bewegungsangebot für alle Kinder schaffen", erklärt Astrid Krus. „Kinder mit motorischen Problemen können in den klassischen Sportarten oft nicht mithalten und werden ausgegrenzt. Mit psychomotorischen Angeboten ließe sich solchen Kindern Zugang zu mehr Bewegung verschaffen."

Eine Anmeldung zum Kindheitspädagogischen Nachmittag ist bis zum 19. Mai unter info-kindheit@DontReadMehs-niederrhein.de möglich.

Quelle: Hochschule Niederrhein

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