Nachhaltigkeit / Kinder- und Jugendpolitik

Weltklimarat: Weltweite Risiken für Mensch und Natur schon bei 1,5 Grad Erderwärmung

Ilulissat Icefjord in Grönland
Bild: Photo by Tina Rolf on Unsplash

Der Weltklimarat IPCC hat seinen Sonderbericht über die globale Erderwärmung vorgelegt. Bundesumweltministerin Schulze und Bundesforschungsministerin Karliczek sehen in dem Bericht einen weiteren Beleg für die Dringlichkeit der Bekämpfung des Klimawandels. Die derzeitigen Anstrengungen im Klimaschutz reichten nicht aus. Der Deutsche Bundesjugendring weist auf die Auswirkungen gerade für junge Menschen hin und fordert die Bundesregierung auf, konsequent zu handeln.

Der neue IPCC-Sonderbericht, der am 08. Oktober in Incheon/Korea veröffentlicht wurde, zeigt, dass bereits bei 1,5 Grad Celsius globaler Erwärmung weltweit hohe Risiken durch die Klimafolgen bestehen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sehen in dem wissenschaftlichen Bericht einen weiteren Beleg für die Dringlichkeit der Bekämpfung des Klimawandels. Dem Bericht zufolge liegt die aktuelle globale Erwärmung bereits bei etwa 1 Grad Celsius. Die derzeitigen Anstrengungen im Klimaschutz reichten nicht aus, um die internationalen Klimaziele zu erreichen. Im Pariser Klimaabkommen hatte die Staatengemeinschaft 2015 beschlossen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, wenn möglich unter 1,5 Grad Celsius zu beschränken.

Keine Zeit mehr beim Klimaschutz verlieren

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Wir dürfen beim Klimaschutz keine Zeit mehr verlieren. Das ist die Kernbotschaft des Berichts. Die nächsten Jahre sind entscheidend, damit unser Planet nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Dafür trägt gerade unsere Generation eine herausragende Verantwortung. Wir müssen den Abschied von Kohle, Öl und Gas hinbekommen. Jede vermiedene Tonne CO2, jedes vermiedene Zehntelgrad Erderwärmung zählt. Dieser Umbau bringt viele Veränderungen mit sich und die große Chance, unsere Wirtschaft zukunftsfähiger und unsere Gesellschaft lebenswerter zu machen."

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: "Der Bericht zeigt: Der Klimawandel stellt uns als Gesellschaft in Deutschland, aber auch weltweit vor große Herausforderungen. Wir brauchen starke Beiträge aus der Forschung und müssen das Potenzial der Wissenschaft noch stärker ausschöpfen, um ihn in den Griff zu bekommen. Gute Ideen aus der Forschung und ein entschlossenes Handeln von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft können die notwendigen Veränderungen voranbringen. Diese müssen den Klimawandel mindern, gleichzeitig sozialverträglich gelingen und Innovationsschübe für die Wirtschaft liefern."

Weltweit hohe Risiken durch die Klimafolgen

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die Risiken für Natur und Mensch zwischen 1,5 Grad Celsius und 2 Grad Celsius globaler Erwärmung stärker ansteigen als bisher bekannt. Extremereignisse nehmen deutlich zu. Insbesondere wird es weltweit zu verstärkten Hitzewellen kommen, Starkregenereignisse werden vermehrt auftreten sowie in manchen Regionen extreme Dürren. Sensible Öko-systeme wie beispielsweise die tropischen Korallenriffe oder auch die der Arktis sind besonders bedroht.

Alle mit dem 1,5 Grad Celsius-Ziel kompatiblen Emissionspfade erfordern weltweit eine radikale Verringerung der Treibhausgas-Emissionen, um bis zur Mitte des Jahrhunderts CO2-Neutralität zu erreichen. Mit den derzeitigen Emissionsraten würden 1,5 Grad Celsius in den 2040-er Jahren bereits überschritten werden.

Klimawandel betrifft gerade junge Menschen

Der Deutsche Bundesjugenring (DBJR) nimmt den Bericht des Weltklimarats IPCC zwei Monate vor der UN-Klimakonferenz zum Anlass, auf die Folgen gerade für junge Menschen hinzuweisen. Der DBJR fordert einen konsequenten Klimaschutz, und zwar jetzt! Mit jedem Zehntelgrad Erwärmung werden zusätzlich Millionen Menschen sowie zahlreiche Tier- und Pflanzenarten weltweit geschädigt. „Alle Alarmstufen stehen auf Rot. Die Bundesregierung muss endlich aktiv werden, um die dringend notwendige Kehrtwende in der Klimapolitik noch zu erreichen“ sagt das DBJR-Vorstandsmitglied Jannis Pfendtner.

Gerade junge Menschen werden von den Folgen des Klimawandels betroffen sein. Braunkohle ist der Klimaschädling Nummer eins. Bei keinem anderen Energieträger fallen so viele Kohlendioxid-Emissionen pro Kilowattstunde Strom an. „Es kommt auf uns alle an. Wir müssen ein Zeichen für den Klimaschutz setzen. Das Kohlezeitalter ist vorbei!“ betont Christoph Röttgers, ebenfalls Mitglied im DBJR-Vorstand.

Eine Zusammenfassung der Hauptaussagen des IPCC-Sonderbericht über 1,5 °C globale Erwärmung (PDF, 275 KB) liegt in deutscher Übersetzung beim Weltklimarat IPCC vor. 

Quelle: Bundesministerien für Umwelt und Energie sowie Bildung und Forschung vom 08.10.2018 und Deutscher Bundesjugendring