Nachhaltigkeit / Sozialpolitik

UN-Nachhaltigkeitsforum: Klimawandel und Ungleichheiten gemeinsam in den Blick nehmen

Satelittenaufnahme Nordafrikas und des Nahen Ostens
Bild: shutterstock | harvepino

Der Klimawandel und zunehmende gesellschaftliche Ungleichheiten sind besorgniserregende globale Trends. Beim UN-Nachhaltigkeitsforum in New York hat Deutschland gefordert, diese stärker in den Blick zu nehmen. Das Forum überprüft jährlich den Fortschritt bei der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele. Teil der deutschen Delegation waren auch Jugenddelegierte.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, Dr. Maria Flachsbarth, und die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, vertraten die Bundesregierung gemeinsam auf dem Hochrangigen Politischen Forum für nachhaltige Entwicklung (HLPF), das jedes Jahr die Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung und ihrer 17 globalen Nachhaltigkeitsziele überprüft. Das Forum fand vom 9. bis 18. Juli in New York statt.

Besorgniserregende globale Trends

Dr. Maria Flachsbarth betonte: „Durch unseren globalen sozialen und ökologischen Fußabdruck tragen wir in Deutschland eine Mitverantwortung für wachsende Ungleichheiten in Entwicklungs- und Schwellenländern. Mit Instrumenten wie Klimarisikoversicherungen oder sozialen Sicherungssystemen stärkt die Bundesregierung in Partnerländern die Widerstandsfähigkeit und aktive wirtschaftliche Teilhabe, auch von armen und vulnerablen Menschen.“

Rita Schwarzelühr-Sutter erklärte: „Der Kampf gegen den Klimawandel und der Abbau von Armut sind eng miteinander verknüpft. Beide Herausforderungen können nur gemeinsam bewältigt werden. Das längst überfällige Umsteuern hin zu Treibhausgasneutralität und insgesamt nachhaltigeren Lebensweisen wird umso besser gelingen, je größer der Nutzen für die Menschen ist – insbesondere für diejenigen, deren wirtschaftliche Lage schon jetzt höchst angespannt ist. Die UN-Gipfel zu Klima und Nachhaltigkeit im September in New York werden wir dafür nutzen, breite Unterstützung für diese Zielsetzungen zu gewinnen.

Der Klimawandel und zunehmende gesellschaftliche Ungleichheiten sind besorgniserregende globale Trends. In einem vorab auf dem Forum in Auszügen vorgestellten ersten „Globalen Nachhaltigkeitsbericht“ wird betont, dass diese Trends Fortschritte bei nachhaltiger Entwicklung massiv gefährden können.

Notwendigkeit einer schnelleren Umsetzung der Agenda 2030

Das UN-Nachhaltigkeitsforum, auf dem sich hochrangige staatliche und zivilgesellschaftliche Vertreter der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen treffen, steht unter dem Titel „Empowering people and ensuring inclusiveness and equality“ und widmet sich insbesondere den Themen Bildung, menschenwürdige Arbeit und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Ungleichheiten, Klimaschutz, sowie Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.

Dabei zeigt sich die Notwendigkeit einer ambitionierteren und schnelleren Umsetzung der Agenda 2030. Denn trotz vielfältiger Anstrengungen und Fortschritte werden nach aktuellen Einschätzungen nur wenige SDGs bis 2030 erreicht. Besonders besorgniserregend sind die Trends bei Klimawandel, Biodiversität und Ungleichheit. Deshalb setzt sich die Bundesregierung für die Schaffung internationaler Aktionsprogramme für die am weitesten zurückliegenden SDGs ein, soweit hierzu nicht bereits bestehende internationale Prozesse bestehen.

Die deutsche Delegation zum HLPF setzt sich wie im Vorjahr aus Regierungsvertretern, neun Mitgliedern des Deutschen Bundestages (aller Fraktionen) und nichtstaatlichen Vertreten zusammen (Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft, Gewerkschaften, Jugenddelegierte, Länder und Kommunen).

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom 16.07.2019