Nachhaltigkeit / Kinderrechte

Aufruf von terre des hommes: Taten statt Warten! #AlleFuersKlima

Mehrere Jungs halten ein großes weißes Transparent mit der Aufschrift "Now Future Generation - Global Strike für Climate"
Bild: © Terre des Hommes Kinder im indischen Bhopal unterstützen den Klimastreik.

Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes unterstützt als Kooperationspartner der Fridays for Future-Bewegung den globalen Klimastreik am 20. September. Gemeinsam mit den Jugendlichen mobilisiert terre des hommes für das Recht auf Zukunft für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. In einem Appell fordert das Kinderhilfswerk eine wirksame Politik, die sich den Herausforderungen der Klimakrise schnell und entschlossen stellt.

„Die Kinder haben die Klimakrise nicht verursacht. Aber ihre Folgen sind für Millionen Kinder bereits tagtäglich spürbar: Wassermangel, Dürre, Überflutungen, Stürme, Gletscherschmelze. Diese Kinder verursachen kaum Treibhausgase und Umweltverschmutzung, leiden aber am stärksten unter den Folgen. Damit sich dies ändert, fordern wir eine wirksame Politik, die sich den Herausforderungen der Klimakrise viel schneller und entschlossener stellt“, sagte Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verschaffen, werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von terre des hommes am 20. September bundesweit an Aktionen von Fridays for Future teilnehmen, darunter in Osnabrück an der geplanten Demonstration ab 13:30 Uhr ab Theatervorplatz. Das Kinderhilfswerk veröffentlichte außerdem einen Aufruf (im Wortlaut):

Taten statt Warten! #AlleFuersKlima – Aufruf von Terre des Hommes

Klimastreik für globale Klimagerechtigkeit

Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes unterstützt die Klimaproteste von Fridays for Future und beteiligt sich am globalen Klimastreik am 20. September. Gemeinsam mobilisieren wir für das Recht auf Zukunft für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. Wir fordern eine wirksame Politik, die sich den Herausforderungen der Klimakrise schnell und entschlossen stellt.

Wir stellen fest

  • Wenn die Uhr bei uns auf fünf vor zwölf steht, ist es für viele Kinder überall auf der Welt bereits nach zwölf. Die Klimakrise ist für Millionen Kinder bereits tagtäglich spürbar: Wassermangel, Dürre, Überflutungen, Stürme, Gletscherschmelze. Die extreme Trockenheit in Subsahara-Afrika, die starken Niederschlagsschwankungen in den Anden und die wiederholten Rekordfluten auf dem indischen Subkontinent zerstören die Lebensgrundlagen. Mit dem mosambikanischen Beira ist im Frühjahr 2019 eine ganze Großstadt den Wetterextremen zum Opfer gefallen. Im Amazonas brennt die »Lunge der Welt«. Hohe Schadstoffbelastungen von Luft und Wasser, die Abholzung der Wälder, die Verluste fruchtbaren Bodens und das massive Artensterben gefährden eine lebenswerte Zukunft für Kinder.
     
  • Kinder haben die Probleme dieser Welt nicht verursacht. Sie erleben jetzt aber, wie die Zerstörung von Weltklima und Ökosystemen ihre Zukunftschancen ruiniert. Menschen, insbesondere Kinder in den ärmeren Ländern des globalen Südens verursachen kaum Treibhausgase, tragen aber das höchste Klimarisiko. Das ist nicht gerecht.
     
  • Kinder haben das verbriefte Recht, gehört und an Entscheidungen beteiligt zu werden.  Sie haben das Recht, sich zu versammeln und ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen. Mit der weltweiten Bewegung FridaysForFuture fordern Kinder und Jugendliche ihr Recht aufein Leben in einer lebenswerten und intakten Umwelt. Auch in zahlreichen Projekten, die von terre des hommes gefördert werden, setzen sich die dortigen Jugendlichen zum Teil unter schwierigen Bedingungen für ihre Umweltrechte ein. Ob im Hochland von Peru,wo sie sich um Regenwasserspeicherung kümmern, um trotz der Dürre Ackerbau zu betreiben; ob im südlichen Indien und in Mosambik, wo Jugend-Clubs mit Baumpflanzungen für Küstenschutz sorgen, oder in Sambia, wo sich Kinder zum Müllsammeln verabreden -sie alle kämpfen für Ihre Zukunft.

Mit Blick auf die Kinderrechte der Vereinten Nationen setzen wir uns ein für

1. die systematische Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, die sich für ihre Rechte engagieren, insbesondere, wenn sie von Repressionen betroffen sind.

2. die politische Anerkennung des Menschenrechts auf eine gesunde Umwelt durch die Vereinten Nationen sowie die Setzung umweltrechtlicher Standards für Kinder durch den UN-Ausschuss für Kinderrechte.

Als internationales Kinderhilfswerk fordern wir

  1. eine ambitionierte Klimapolitik, die das 1,5 Grad Ziel erreichbar werden lässt und den Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft zu konsequenter Klimaneutralität verfolgt.
     
  2. eine Politik, die globale Klimagerechtigkeit zum Ziel hat und damit ein gemeinsames C02-Ziel verfolgt, das für alle Menschen gilt und allen Menschen die gleichen Lebenschancen und Emissionsrechte einräumt.
     
  3. eine Politik, die die historischen Klimaschulden des globalen Nordens anerkennt und die Lasten von Klimakatastrophen und Anpassungsmaßnahmen fair verteilt. Dazu müssen die Zusagen aus dem Pariser-Weltklimavertrag zur Klimafinanzierung eingehalten werden, damit alle Staaten ihre Wirtschaft C02-neutral gestalten können und damit auch allen Kindern eine Chance auf ein Mindestmaß an Wohlstand und eine Zukunft ermöglicht wird.
     
  4. eine nachhaltige Ressourcen-und Umweltpolitik, bei der der langfristige Schutz von Wasser, Boden, Luft und Artenvielfalt ganz oben auf der Agenda steht. Der Klimawandel bedroht nicht nur die Menschenrechte auf Leben, Wasser und Ernährung, sondern in seinen Auswirkungen auch die Demokratie und den Rechtsstaat. Hier geht es auch um die Vermeidung von zukünftigen Verteilungskämpfen und kriegerischen Auseinandersetzungen um Ressource

Der Aufruf „Taten statt Warten! #AlleFuersKlima“ (PDF, 336 KB) steht bei terre des hommes zum Download zur Verfügung. Weitere Informationen zum globalen Aktionstag unter www.klima-streik.org

Quelle: terre des hommes vom 12.09.2019

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