Nachhaltigkeit / Kinder- und Jugendpolitik

Ohne Bildung keine Zukunft – Die G7 müssen sich ihrer Verantwortung stellen

Schülerinnen und Schüler in einem Klassenzimmer in Nigeria
Bild: Doug Linstedt - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat anlässlich des Treffens der Entwicklungs- und Bildungsminister der G7-Staaten in Paris für ein stärkeres Engagement im Bereich Mädchenbildung geworben. Ziel des Treffens ist u.a., eine Initiative zur Förderung von Bildungschanchen von Mädchen zu verabschieden.

„Jeder Euro, der in die Bildung von Mädchen investiert wird, ist doppelt wirksam. Er eröffnet nicht nur neue Arbeits- und Lebenschancen, sondern schützt auch vor Kinderehe und früher Schwangerschaft. Es ist erwiesen, dass eine Frau umso weniger Kinder bekommt, je länger sie zur Schule geht. Gerade in den Sahel-Staaten mit ihrem starken Bevölkerungswachstum ist das eine wichtige Investition in die Zukunft einer ganzen Generation“, so Minister Müller.

Gender at the Center Initiative

Erstmalig in der Geschichte der G7 führt der französische Vorsitz die Entwicklungs- und Bildungsminister mit ihren Kollegen aus den sogenannten G5-Sahel-Ländern sowie dem Senegal zusammen. Die G7 wollen bei dem Treffen eine Initiative zur Förderung von Bildungschancen von Mädchen verabschieden. Deutschland wird sich an der Finanzierung der „Gender at the Center Initiative“ beteiligen. Ebenso wird die G7 eine Vereinbarung zur Förderung der beruflichen Bildung mit besonderem Fokus auf der Zusammenarbeit mit dem Privatsektor treffen.

Am Rande des Treffens wird Minister Müller auch ein Gespräch mit der Friedensnobelpreisträgerin und Bildungsaktivistin Malala Yousafzai über die besonderen Herausforderungen lang anhaltender Krisen führen, aufgrund derer weltweit etwa 75 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen können.

Auswirkungen spüren auch wir in Europa

„Wir verlieren in vielen Entwicklungsländern gerade eine ganze Generation an Armut, Arbeitslosigkeit und Radikalisierung. In den Sahel-Staaten sieht man, wie solche Entwicklungen ganze Regionen destabilisieren können – die Auswirkungen spüren auch wir in Europa. Von dem Treffen in Paris muss daher das Signal ausgehen, dass die reichsten Staaten der Erde ihrer Verantwortung gerecht werden“, appellierte Minister Müller. „Deutschland leistet bereits einen großen Beitrag – wir haben Bildung und Ausbildung ins Zentrum unserer Entwicklungszusammenarbeit gestellt. Seit meinem Amtsantritt haben sich die Bildungsinvestitionen mehr als verdoppelt – allein 2018 haben wir fast eine Milliarde Euro für diesen Bereich eingesetzt“, so der Minister weiter.

Die fünf Sahel-Länder Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad gehören zu den Ländern mit den höchsten Geburtenraten weltweit – Niger führt die internationale globale Statistik mit rechnerisch 6,6 Kindern pro Frau an, Mali und Burkina Faso liegen im weltweiten Vergleich auf den Rängen drei und sechs.

Modellvorhaben der G5-Sahel

Zu den Modellvorhaben der G5-Sahel gehört der Wiederaufbau der Stadt Konna in Zentralmali an dem sich auch Deutschland beteiligt. Die Stadt wurde Anfang 2013 beim Vormarsch der Islamisten zu großen Teilen zerstört. Mit Hilfe des Bundesentwicklungsministeriums wird nun die Trinkwasser- und Stromversorgung wieder aufgebaut und die Bevölkerung, inklusive vieler Flüchtlinge aus dem Norden des Landes, mit Angeboten im Bereich Bildung und Gesundheitsversorgung unterstützt.

Mit dem französischen Außenminister, Jean-Yves Le Drian, wird Minister Müller eine Vereinbarung über die engere bilaterale Zusammenarbeit in der Entwicklungspolitik unterzeichnen.

Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom 04.07.2019

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