Nachhaltigkeit / Sozialpolitik

Nachhaltigkeitsnetzwerk fordert starkes Engagement für die Agenda 2030

Hände halten Erdkugel
Bild: LittleMan

Das Sustainable Development Solutions Network Germany hat den neuen Bundestag und die nächste Bundesregierung aufgefordert, die Agenda 2030 mit ihren nachhaltigen Entwicklungszielen ins Zentrum der Politik zu stellen. Es gehe dabei um konkrete Anliegen aus der Lebenswirklichkeit, wie die Vermeidung von Kinderarmut, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Städten oder nachhaltige Mobilitätskonzepte.

In einem am 25. September 2017 veröffentlichten Aufruf fordert das Sustainable Development Solutions Network Germany (SDSN Germany) den neuen Bundestag und die nächste Bundesregierung auf, die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen nachhaltiger Entwicklung in das Zentrum der inneren und äußeren Politiken zu stellen. Die Agenda 2030 wurde 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationen von allen Mitgliedsstaaten, auch Deutschland, verabschiedet.

Konkrete Empfehlungen zur Umsetzung der Agenda 2030

Der Aufruf von SDSN Germany formuliert für den neuen Koalitionsvertrag konkrete Empfehlungen zur Umsetzung der Agenda. Die Vorsitzenden von SDSN Germany, Dirk Messner und Gesine Schwan, hatten den Aufruf bereits am Wahlwochenende den Parteien in einem Schreiben an die Bundesgeschäftsführer und Generalsekretäre von CDU und CSU, SPD, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/GRÜNE und FDP übermittelt.

„Die 2030-Ziele beziehen sich auf Schlüsselanliegen der Zukunftsfähigkeit Deutschlands und seiner Rolle in der Welt“, heißt es in dem Aufruf. Nachhaltigkeit sei kein weltfernes Konzept, sagte Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform, anlässlich seiner Veröffentlichung. Es gehe vielmehr um ganz konkrete Anliegen aus der Lebenswirklichkeit unseres Landes wie die Vermeidung von Kindes- und Altersarmut, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Städten oder nachhaltige Mobilitätskonzepte.

Mutigere und wirksamere Umsetzung des Pariser Klimaabkommens

Der Aufruf würdigt die deutschen Beiträge der letzten Jahre zur Vereinbarung der Agenda 2030 und des Pariser Klimaabkommens, mahnt jetzt aber eine mutigere und wirksamere Umsetzung an. Das Erreichen der 2030-Ziele sei ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft, sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verantwortung. „In den nächsten vier Jahren müssen entscheidende Weichen für nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz richtig gestellt werden“ erklärte Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE). So sei zum Beispiel der Klimaschutzplan mit neuen Beiträgen zur Umsetzung des Klimaabkommens fortzuschreiben. Auch sollte die Europawahl 2019 als Chance genutzt werden, die Umsetzung der 2030-Ziele in der Europäischen Union deutlich stärker voranzutreiben, so Messner weiter.

Die konkreten Empfehlungen für den Koalitionsvertrag und weitere Forderungen (PDF, 357 KB) finden sich im Aufruf des SDSN.

Über das Deutsche Nachhaltigkeitsnetzwerk

SDSN Germany ist Teil des weltweiten Sustainable Development Solutions Network. Es bündelt Wissen, Erfahrung und Kapazitäten über 30 deutscher Wissenschafts-, Wirtschafts-, und zivilgesellschaftlicher Organisationen, um eine nachhaltige Entwicklung Deutschlands und deutsches Engagement für nachhaltige Entwicklung weltweit zu fördern.

Quelle: Deutsches Institut für Entwicklungspolitik vom 25.09.2017

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