Nachhaltigkeit / Kinderrechte

Lieferkettengesetz: Jugendbeirat von Plan International fordert solidarisches Miteinander

Ein kambodschanischer Junge sitze auf einem Straßenbaugerät und arbeitet
Bild: Marcel Gnauk - pixabay.com

Die Bundesregierung plant eine gesetzliche Regelung, welche die Verwirklichung von Menschenrechtsstandards entlang von Lieferketten gewährleistet und grundlegende ökologische und soziale Mindeststandards sichert. In einem offenen Brief macht der Jugendbeirat von Plan International auf die besondere Situation von Kindern und Frauen aufmerksam und fordert eine gesetzliche Regelung, die einen Unterschied macht.

Globale Lieferketten gehen mit schweren Menschenrechtsverletzungen einher, die Kindern und Jugendlichen weltweit die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft nehmen. Die Corona-Pandemie zeigt, wie anfällig Lieferketten sind, wenn sie nicht nachhaltig ausgestaltet sind: Große Konzerne stornieren Aufträge und entlassen somit die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie ihre Familien in den Produktionsländern in die Armut. Der Jugendbeirat der Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland appelliert in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem Widerstand der Wirtschaftsverbände nicht nachzugeben und sich für ein Lieferkettengesetz noch in dieser Legislaturperiode stark zu machen.

Kindern und Jugendlichen eine selbstbestimmte Zukunft ermöglichen

„Wir möchten in einer Welt leben, in der es menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle gibt, unsere Umwelt geschützt ist, kein Kind mehr Kinderarbeit leisten muss und Frauen in jedem Alter an ihrem Arbeitsplatz gleichberechtigt und sicher sind“, sagt die 21-jährige Lara aus dem Jugendbeirat von Plan International. „Es ist nicht in Ordnung, das wir als Konsumentinnen und Konsumenten nicht wissen, ob wir Produkte kaufen, die unter ausbeuterischen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Es kann nicht sein, dass Unternehmen, die Menschenrechte achten, einen Nachteil gegenüber denjenigen haben, die auf Kosten unserer Zukunft Profite machen. Es macht mich wütend, dass Firmen, die Menschenrechte verletzen und unsere Umwelt zerstören, kaum zur Rechenschaft gezogen werden können. Deshalb brauchen wir endlich eine gesetzliche Regelung, die weitreichend genug ist, um einen Unterschied zu machen. Gerade jetzt in der Corona-Krise sollten wir uns überlegen, wie wir in der Welt von morgen wirtschaften wollen.“  

Menschenrechte in globalen Lieferketten schützen

Um Menschenrechte in globalen Lieferketten zu schützen, wurde 2016 der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Dieser beruht allerdings auf freiwilligen Maßnahmen seitens der Unternehmen und wurde in diesem und im vergangenen Jahr auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Mitte Juli haben Entwicklungsminister Gerd Müller und Arbeitsminister Hubertus Heil das Ergebnis vorgestellt. Es ist eindeutig: Weit weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen erfüllen ihre Sorgfaltspflichten.

Der Jugendbeirat von Plan International besteht aus 18 Jugendlichen im Alter von 14 bis 24 Jahren. Die Mitglieder des Jugendbeirates unterstützen die Kinderrechtsorganisation in der politischen Arbeit und begleiten diese aus ihrer Perspektive. Bereits 2019 hatte sich der Jugendbeirat mit seiner Kampagne „Education Not For Sale“ für ein Lieferkettengesetz und gegen ausbeuterische Kinderarbeit eingesetzt.

Weitere Informationen zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte und zur Initiative der Bundesregierung für ein Lieferkettengesetz finden sich beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Quelle: Plan International Deutschland e.V. vom 29.07.2020