Nachhaltigkeit / Bildungspolitik

Landeskoordinatoren stärken Bildung für nachhaltige Entwicklung

Drei Kinder sitzen neben einem Einkaufswagen mit Informationen zu den Produktionsbedingungen von Smartphones und Tablets in Asien und Afrika.
Bild: © Anja Lehmann

Zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zum UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ werden in Deutschland sogenannte Landeskoordinatoren in den Bildungs- und Kultusministerien eingerichtet. Die ersten haben in Hamburg und Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit aufgenommen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) hat durch die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen Rückenwind erhalten. Deutlich wird dies unter anderem durch die Einrichtung sogenannter Landeskoordinatoren in den Bildungs- und Kultusministerien. Die ersten haben 2017 in Hamburg und Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit aufgenommen, Landeskoordinatoren und -koordinatorinnen in weiteren Bundesländern werden im Laufe des kommenden Schuljahrs folgen.

Gemeinsame Initiative des BMZ und der Länder

Die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und den Ländern gemeinsam getragene Initiative wird von Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen koordiniert. Bei Engagement Global sind neben dem Programm Lernbereich Globale Entwicklung in der Schule weitere Angebote angesiedelt, deren Ziel es ist, BNE im Schulsystem und Schulalltag zu verankern. Den Landeskoordinatoren bietet die Organisation Fortbildungen sowie Beratung und unterstützt sie bei der länderübergreifenden Vernetzung.

Die Arbeit der Landeskoordinatoren

Die Arbeitsgrundlage der Landeskoordinatoren bildet der Nationale Aktionsplan zum Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung der United Nations Educa-tional, Scientific and Cultural Organization (UNESCO). Der Nationale Aktionsplan legt dar, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung umgesetzt werden kann: auf struktureller Ebene beispielsweise durch systematische Berücksichtigung von BNE in Lehr- und Bildungsplänen und in Schulcurricula sowie bei der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften; in der Praxis durch vielfältige Angebote.

Jedes einzelne Unterrichtsfach kann zum globalen Lernen beitragen

Zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans liefert der Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung, ein gemeinschaftliches Projekt der Kultusministerkonferenz und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, einen praktischen Beitrag: Er zeigt Schulen und Institutionen der Lehrerbildung, was jedes einzelne Unterrichtsfach zum globalen Lernen beitragen kann. Darüber hinaus gibt er Impulse zur anschaulichen Vermittlung relevanter Kompetenzen und Inhalte des globalen Lernens auf der Basis einer ganzheitlichen, fachübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichtsorganisation für alle Schulformen.

Länderspezifische Impulse aufgreifen

Da Bildungspolitik in der Hoheit der Länder liegt, haben die Landeskoordinatoren unterschiedliche Rahmenbedingungen – und sie können länderspezifische Impulse aufgreifen. So setzt der Landeskoordinator in Nordrhein-Westfalen den Schwerpunkt auf die Begleitung der Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ und unterstützt die Landesstrategie „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“.

Der Landeskoordinator in Hamburg rückt die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele, Fortbildungen von Lehrkräften zum Weltaktionsprogramm der Vereinten Nationen und die Kooperation mit der Zivilgesellschaft in den Mittelpunkt. Zivilgesellschaftliche Organisationen, insbesondere aus dem entwicklungspolitischen Feld, sind in der schulischen BNE wichtige Partner, indem sie über ihre fachlichen Beiträge hinaus auf praktischer Ebene zeigen, wie lebendiges gesellschaftliches Engagement ausgestaltet werden kann.

Quelle: Engagement Global vom 07.07.2017

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