Nachhaltigkeit / Kinder- und Jugendarbeit

KLJB veröffentlicht Plädoyer für ein Ende der Plastikzeit

Sechs junge Erwachsene mit plastikfreien Haushaltsgegenständen in den Händen
Bild: © KLJB

Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) hat im Rahmen ihrer Bundesversammlung ein deutliches Zeichen für die Reduktion und eine bewusste Verwendung von Kunststoffen gesetzt. Der Antrag „Weil Plastik unkaputtbar ist, die Erde aber nicht“ wurde von den Delegierten einstimmig beschlossen und nimmt Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft sowie die KLJB selbst in die Pflicht.

Die Bundesversammlung der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) fordert in einem aktuellen Beschluss die deutliche Reduktion von Kunststoffen.

„Es ist erschreckend, wie viel Plastik weltweit produziert, genutzt und schließlich entsorgt wird. Seit den 1970er Jahren sprechen wir von einer Versiebenfachung des  Produktionsvolumens von Kunststoffen. Während aus Plastik auf den ersten Blick vielseitige Produkte hergestellt werden können, sind die Folgen des Plastikkonsums erschreckend“, betont der scheidende KLJB-Bundesvorsitzende Stephan Barthelme. „Deutschland liegt mit seinem Verpackungsmüll pro Kopf über dem europäischen Durchschnitt und die EU verantwortet rund 353.000 Tonnen Meeresplastik pro Jahr. Hier müssen politisch ganz klare Regeln für ein Ende der Plastikzeit gesetzt werden,“ so Barthelme weiter.

Plastik fördert den Klimawandel und verschmutzt die Meere

„Auch im Kampf gegen den Klimawandel ist die Plastikreduktion wichtig: Die Produktion von Kunststoffen trägt erheblich zum Klimawandel bei, da Kunststoffe auf fossilen Rohstoffen basieren, durch deren Nutzung Treibhausgase freigesetzt werden“, unterstreicht Stephan Barthelme. „Dazu kommt, dass Mikroplastikteilchen als möglicher Störfaktor für die sogenannte biologische Kohlenstoffpumpe im Meer gelten.“ Eine weitere Herausforderung sind die großen Mengen Meeresplastik, die beispielsweise direkt durch den Tourismus und die maritime Industrie, aber auch über Flüsse in die Meere gelangen. Die größte Müllinsel in den Ozeanen ist viereinhalbmal so groß wie die Fläche Deutschlands, was das Ausmaß der Verschmutzung in erschreckender Weise verdeutlicht.

Plastik hat starke Auswirkungen auf Mensch, Tier und Natur

Der KLJB ist es wichtig, auch auf die Gefahren von Mikroplastik für die Umwelt hinzuweisen. „Mikroplastik stellt eine Gefahr für maritime Lebewesen, aber auch die Menschen dar, die das Mikroplastik über die Nahrungskette aufnehmen“, erläutert Stephan Barthelme. Während Mikroplastik oft mit Kosmetikartikeln verbunden wird, zählen jedoch der Abrieb von Autoreifen, Freisetzungen bei der Abfallentsorgung oder auch der Abrieb durch Schuhsohlen zu den größten Quellen von Mikroplastik.

„Grund dafür, dass so viel Plastik in die Umwelt gelangt, sind insbesondere auch unsere Müllexporte. Auf dem Transportweg kommt es immer wieder zur illegalen Verklappung von Abfall in die Meere. Oft wird der Müll in den Zielländern auch nicht recycelt, sondern auf riesigen Müllbergen gesammelt. Im Sinne unserer globalen Verantwortung müssen diese Müllexporte in Zielländer mit unzureichenden Umweltstandards verboten werden und Menschen im Globalen Süden vor Umwelt- und Gesundheitsrisiken geschützt werden“, führt Stephan Barthelme weiter aus. Im Kampf gegen die weitere Verbreitung von Plastik ist für die KLJB echtes Recyceln von Plastikabfällen von entscheidender Bedeutung: „Statt dem Export oder der thermischen Verwertung, also dem Verbrennen von Plastik, müssen sich Politik und Wirtschaft für echtes Kunststoff-Recycling stark machen. Eine verpflichtende Quote von recyceltem Plastik in allen Neuprodukten könnte hier ein Lösungsansatz sein“, bekräftigt Stephan Barthelme.

Plastik ist nicht alternativlos

Um den Plastikkonsum zu reduzieren, sollten mehr Alternativen zu Kunststoffprodukten genutzt werden. Dabei nimmt sich die KLJB auch selbst in die Pflicht: „Neben dem Einkauf nach ökologischen, regionalen und fairen Kriterien werden wir ab sofort auch verstärkt Plastikverpackungen vermeiden. Ganz im Sinne der Umweltenzyklika Laudato Si‘ von Papst Franziskus und der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ist das Vermeiden von Plastikabfällen für uns in der KLJB eine logische Konsequenz“, erklärt Stephan Barthelme. Dass der Verzicht auf Plastik auch Freude bereiten kann, hatte die KLJB in einem eigens durchgeführten plastikfreien Wochenende Anfang Februar 2020 bereits bewiesen: „Jede/-r kann durch kleine Schritte einen Unterschied machen. Aber auch Politik und Wirtschaft müssen die richtigen Anreize setzen und die entsprechenden Stellschrauben drehen, um das Ende der Plastikzeit einzuläuten“, betont Stephan Barthelme abschließend.

Der Beschluss steht auf der KLJB-Webseite zum Download zur Verfügung: www.kljb.org/beschluesse

Quelle: Katholische Landjugendbewegung vom 12.03.2020