Nachhaltigkeit / Kinder- und Jugendpolitik

Kindernothilfe fordert mehr Engagement für Bildung in Krisen und Konflikten

Auf einer Mauer sind drei Schatten von Kindern zu sehen
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Die Bundesregierung will mehr für Bildung in Krisen und Konflikten unternehmen. Dazu wird der Beitrag zum weltweiten Fonds „Bildung darf nicht warten“ („Education Cannot Wait“) erhöht, der Bildung in Notsituationen unterstützt. Die Kindernothilfe begrüßt diese finanzielle Aufstockung, weist aber gleichzeitig auf den wachsenden Bedarf an Bildungsmöglichkeiten für Kinder in Krisensituationen in aller Welt hin.

Die Bundesregierung will den Bildungsfonds nun mit insgesamt 31 Millionen Euro unterstützen – das sind zusätzliche 15 Millionen Euro. „Diese Steigerung begrüßen wir sehr. Die Erhöhung ist ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung des Rechts auf Bildung auch solcher Mädchen und Jungen, die vor Krieg, Vertreibung oder Naturkatastrophen geflohen sind“, so Katrin Weidemann, die Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. „Nichtsdestotrotz bleibt der Bedarf immens, denn nach wie vor erhalten zurzeit etwa 75 Millionen Kinder und Jugendliche aufgrund von Krisen und Konflikten keinen Zugang zur Bildung. Dabei ist Bildung ein zentrales Kinderrecht und für die Entwicklung elementar.“

Bildung ist ein zentrales Kinderrecht 

Der unzureichende Zugang zu Bildung wurde aktuell auch noch einmal durch den am 20.11.2018 veröffentlichten Weltbildungsbericht der UNESCO bestätigt: In den Ländern mit niedrigen Einkommen beträgt die Einschulungsrate von geflüchteten Kindern und Jugendlichen an Grundschulen nur 61 Prozent. An Sekundarschulen sind es lediglich 23 Prozent. Die Qualität der Bildung ist ebenfalls ungenügend: Zu wenige Lehrer, die Geflüchtete unterrichten, sind qualifiziert und für den Umgang mit der psycho-sozialen Situation dieser Kinder und Jugendlichen geschult. „Dabei schafft Bildung Zukunftsperspektiven“, betont Katrin Weidemann. „Sie ermöglicht Entfaltung und in Krisen ein Stück Normalität. Traumatisierten Kindern und Jugendlichen bietet sie ein Stück Stabilität. Gerade geflüchteten Mädchen und Jungen dürfen qualitativ hochwertige Bildungs- und Zukunftsperspektiven nicht vorenthalten bleiben.“

Finanzierungslücke für Bildung in Krisen und Konflikten

Nach der Agenda 2030 müssen besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche verstärkt Unterstützung erfahren. Daran besteht weiterhin großer Bedarf: Die Finanzierungslücke für Bildung in Krisen und Konflikten wird auf 8,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Gemessen an der Wirtschaftskraft der Bundesrepublik würde ein fairer Beitrag Deutschlands 50 Millionen Euro betragen. Katrin Weidemann: „Nur gemeinsam können wir Bildung für alle verwirklichen.“

Quelle:  Kindernothilfe e.V. vom 20.10.2018

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