Nachhaltigkeit / Kinderrechte

Grüne Woche 2019: Verantwortung übernehmen im Kampf gegen Kinderarbeit

Schokolade
Bild: AlexanderStein / pixabay.com

Zur Eröffnung der 84. Internationalen Grünen Woche hat Entwicklungsminister Gerd Müller Verbraucherinnen und Verbraucher, Unternehmen und die Zivilgesellschaft zum Kampf gegen Kinderarbeit aufgerufen. Fast jedes zehnte Kind muss weltweit noch arbeiten - auf den Kakaoplantagen, in der Textilindustrie oder in Steinbrüchen. Deutschland strebt eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen an. Sollte diese nicht ausreichen, kündigt der Minister für 2020 eine gesetzliche Regelung an.

Minister Müller: „Wir bauen unseren Wohlstand noch viel zu oft auf dem Rücken der Menschen in Entwicklungsländern auf. Kaffee, Kakao, die Baumwolle für unsere Hemden oder Metalle für unsere Elektronikgeräte – viele alltägliche Produkte werden unter untragbaren Arbeitsbedingungen oder mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt. Das ist auch ein Weckruf an die Konsumenten: Schaut hin, was ihr kauft. Beim ersten Stück Schokolade sollte man doch wissen, ob dafür Kinder in den Kakaoplantagen Westafrikas schuften mussten oder eben nicht.“

Fast jedes zehnte Kind muss weltweit arbeiten

In der Elfenbeinküste verdient eine siebenköpfige Bauernfamilie mit der Kakaoernte etwa 100 Euro im Monat. Damit kann sie nicht ansatzweise ihren Lebensunterhalt decken. Die Folgen sind Armut, Hunger und auch Kinderarbeit. 2,3 Millionen Kinder arbeiten auf Kakaoplantagen allein in Westafrika. Über 85 Prozent des deutschen Kakaos wird in den westafrikanischen Ländern Nigeria, Ghana und der Elfenbeinküste produziert. Deutschland geht hier mit dem „Forum Nachhaltiger Kakao“ voran. Der Anteil nachhaltig produzierten Kakaos in Deutschland konnte so von drei Prozent auf mittlerweile 60 Prozent gesteigert werden.

„Über 150 Millionen Kinder müssen weltweit noch arbeiten – das ist fast jedes zehnte Kind. Deswegen sagen wir der Kinderarbeit den Kampf an. Es darf nicht sein, dass wir weiterhin Güter nach Europa importieren, in denen ausbeuterische Kinderarbeit steckt. Das reicht von der Schokolade bis zum Grabstein, den vielfach Kinder unter erbärmlichsten Zuständen in den Steinbrüchen herstellen. Sollte eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht ausreichen, kommt 2020 eine gesetzliche Regelung“, so Minister Müller weiter.

Mit fairem Einkauf für EINE WELT ohne Hunger

Jeder Mensch kann mit seinem täglichen Einkauf etwas gegen Hunger und Kinderarbeit tun – wie, das zeigt das BMZ gemeinsam mit über zwanzig Partnern: In Halle 5.2 auf der Internationalen Grünen Woche präsentieren zum Beispiel die Welthungerhilfe, der WWF, Fairtrade, Brot für die Welt, Misereor und viele weitere Organisationen und engagierte Unternehmen ihren Beitrag unter dem Motto "EINE WELT ohne Hunger ist möglich – mit fairem Einkauf". Die Besucher können entdecken, wie eine Kakaofrucht aussieht, wie sie schmeckt, wie hart die Menschen arbeiten, um sie zu ernten und dass leider immer noch Kinder für unseren Kakao arbeiten müssen.

Am Beispiel der Cashewnuss zeigt das BMZ, wie nachhaltige Entwicklung in Afrika erfolgreich gelingen kann: Rund um den Anbau und die Weiterverarbeitung von Cashewkernen sind mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit schon über 530.000 Arbeitsplätze entstanden. Der Cashewbaum ist zudem eine "Wunderpflanze" in Zeiten des Klimawandels. Er trotzt extremen Wetterphänomenen und trägt auch in Regionen, wo etwa Kakao schon nicht mehr angebaut werden kann.

Bekannte Köche zeigen in der Halle des Entwicklungsministeriums zudem, wie schmackhaft faire Produkte sind. Ergänzt wird das Angebot durch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Prominenten wie Toni Garrn und Sara Nuru, Livemusik und weiteren Highlights wie einer Insektenküche.

Weitere Informationen zur Bekampfung von Kinderarbeit und zur Internationalen Grünen Woche Berlin 2019 finden sich beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die Internationale Grüne Woche findet vom 17. bis 27.01.2019 in Berlin statt: www.gruenewoche.de

Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom 18.01.2019

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