Nachhaltigkeit / Europa

Deutsche unterstützen den Europäischen Grünen Deal

Zwei Hände halten einen kleinen Globus
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Umweltschutz und Klimawandel sind nach Ansicht der Deutschen die größten Probleme, vor denen die EU steht. Laut der jüngsten nationalen Eurobarometer-Umfrage sind 44 Prozent der Deutschen dieser Ansicht und erwarten von der EU entschlossenes Handeln. Die Ergebnisse zeigt auch, wie Europäer und Deutsche zu den einzelnen Maßnahmen des Europäischen Grünen Deals stehen.

Bereits knapp zwei Wochen nach Amtsantritt hat die Europäische Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen den europäischen Grünen Deal auf den Weg gebracht, um Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. „Das aktuelle Eurobarometer bestätigt, dass die Menschen von uns erwarten, dass wir Klimaschutz beherzt in die Tat umsetzen. Dafür sind sie auch bereit, mehr Geld aus dem EU-Haushalt zu investieren“, sagte Jörg Wojahn, der Vertreter der EU-Kommission in Deutschland.

EU-Maßnahmen für einen nachhaltigen ökologischen Wandel

Seit 2015 haben Umweltschutz und Klimawandel in der Bewertung der wichtigsten Probleme durch die Europäer insgesamt um 24 Prozentpunkte zugelegt. Mit dem Europäischen Grünen Deal hat die Kommission im Dezember 2019 ehrgeizige Maßnahmen für einen nachhaltigen ökologischen Wandel vorgeschlagen, die den Menschen und der Wirtschaft in Europa zugutekommen sollen. Die Maßnahmen reichen von drastischen Emissionssenkungen über Investitionen in Spitzenforschung und Innovation bis hin zum Erhalt unserer natürlichen Umwelt. Die Ergebnisse der Eurobarometerumfrage zeigen, dass die Europäer bereit sind, den Grünen Deal mitzutragen. Die befragten Deutschen sind darüber hinaus mehrheitlich dazu bereit, die Hälfte des EU-Budgets für Klima- und Umweltschutz zu verwenden (50 Prozent, +2 Pp). Europaweit wächst diese Zahl ebenfalls (41 Prozent, +6 Pp).

Die Kommission will im nächsten langfristigen EU-Haushalt 2021-2027 die Mittel für Umwelt und Klimapolitik um knapp 60 Prozent erhöhen und hat den Klimaschutz in alle wichtigen EU-Ausgabenprogramme integriert, insbesondere in die Kohäsionspolitik, Regionalentwicklung, Energie, Verkehr, Forschung und Innovation, Gemeinsame Agrarpolitik sowie EU-Entwicklungspolitik. 48 Prozent der Deutschen unterstützen die Ausrichtung des EU-Haushalts auf den Klimaschutz und sind der Ansicht, dass die finanziellen Mittel der EU ihren politischen Zielen entsprechen sollten.

Bewertung der einzelnen Vorhaben

Im vorliegenden Eurobarometer wurden die Bürger auch gefragt, wie sie die Maßnahmen gewichten, mit denen die EU den Grünen Deal erreichen will. Danach befürworten 59 Prozent der Deutschen und 54 Prozent der Europäer die Entwicklung erneuerbarer Energien. Eine Vorreiterrolle Europas im Kampf gegen Kunststoffabfälle und Einwegplastik unterstützen 57 Prozent der Deutschen und 53 Prozent der Europäer. Die Förderung der „Kreislaufwirtschaft“ für den Erhalt natürlicher Ressourcen und weniger Abfall finden 44 Prozent der Deutschen und 33 Prozent der Europäer sinnvoll.

Wie stehen Europäer und Deutsche der EU gegenüber?

83 Prozent (-5 Pp) der Deutschen und 70 Prozent der Europäer (-3 Pp) fühlen sich als Bürger der Europäischen Union. Dass es ihrem Land ohne die EU besser gehen würde, glauben nur 18 Prozent (+2 Pp) der Deutschen und 31 Prozent (-1 Pp) der Europäer. 77 Prozent (-1 Pp) der Deutschen und 60 Prozent (+1 Pp) der Europäer widersprechen dieser Ansicht.

Eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger sieht die Zukunft der EU optimistisch (DE: 65%, -2 Pp; EU: 58%, -3 Pp) und sie sind davon überzeugt, dass die Interessen ihres jeweiligen Landes in der EU zum Zuge kommen. Die befragten Deutschen sind überzeugt, dass ihre eigene Stimme in der EU zählt, auch wenn diese Zuversicht seit dem Höchstwert in der vorherigen Befragung kurz nach den Europawahlen im Mai einen klaren Dämpfer erhalten hat (DE: 61 Prozent, -14 Pp). Europaweit ist der Trend vergleichbar (EU: 45 Prozent, -11 Pp).

87 Prozent der Deutschen und 83 Prozent der Europäer finden, dass die Stimme der europäischen Bürger bei Entscheidungen über die Zukunft Europas stärker berücksichtigt werden sollte. Damit die Stimme der Bürgerinnen und Bürger mehr Gewicht bekommt, haben Kommission und EU-Parlament die Konferenz zur Zukunft Europas vorgeschlagen. Die Kommission will, dass in der auf zwei Jahre angelegten Konferenz so viele Bürger wie möglich gehört werden.

Hintergrund

Die Umfragen für das vorliegende Eurobarometer 92 (EB92) wurden zwischen dem 14. und dem 29. November 2019 in den Mitgliedstaaten der EU, den fünf Kandidatenländern (Türkei, Republik Nord-Mazedonien, Albanien, Serbien und Montenegro) sowie der türkisch-zypriotischen Gemeinschaft durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt war das Vereinigte Königreich noch Mitglied der Europäischen Union und seine Bürger sind Teil der vorliegenden Befragung. Der Bericht differenziert zwischen der EU der 28 Mitgliedstaaten (EU28) und der EU nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs (EU27). Immer wenn der Text auf den europäischen Durchschnitt Bezug nimmt („EU“), ist noch die EU28 gemeint. In den EU-Ländern wurden insgesamt 27.382, in Deutschland 1.540 Bürger befragt, die zum Zeitpunkt der Befragung 15 Jahre oder älter waren.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 17.02.2020