Nachhaltigkeit / Ganztagsbildung

Deutsche UNESCO-Kommission fordert Stärkung von Bildung für nachhaltige Entwicklung

Drei Kinder im Grundschulalter schauen sich mit einer Lupe einen Globus an
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Auf ihrer 79. Mitgliederversammlung hat die Deutsche UNESCO-Kommission den Mannheimer Appell „Lernen die Welt zu verändern – das neue UNESCO-Programm für Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Agenda 2030“ verabschiedet. Sie begrüßt das neue Programm und fordert die Stärkung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf institutioneller und politischer Ebene.

Nachhaltigkeitsziele bis 2030 in die Tat umsetzen

„Wir können globalen Herausforderungen wie Erderwärmung und Artensterben nur begegnen, wenn wir die Menschen zu nachhaltigem Denken und Handeln befähigen“, betont Prof. Dr. Maria Böhmer, die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission. „Die bisherigen Bemühungen, die Entwicklung unserer Welt nachhaltiger zu gestalten, reichen nicht aus. Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um die von den Vereinten Nationen 2015 verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele bis 2030 in die Tat umzusetzen“, fordert Böhmer. „Bildung für nachhaltige Entwicklung hat eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Agenda 2030", so die die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission weiter.

Nachhaltigkeit im gesamten Bildungssystem verankern

In ihrem Appell hebt die Deutsche UNESCO-Kommission hervor, dass es in den letzten Jahren gelungen sei, BNE in Deutschland deutlich zu stärken. Der Weg vom Projekt zur Struktur müsse nun entschlossen fortgesetzt werden. Die Deutsche UNESCO-Kommission ruft die Bundesregierung dazu auf, die Förderung nachhaltiger Entwicklung noch konsequenter mit BNE zu verbinden, und fordert, Nachhaltigkeit im gesamten Bildungssystem zügig zu verankern. So müsse BNE in Zukunft fester Bestandteil der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften sowie der Lehrpläne sein.
„Wenn wir die Nachhaltigkeitswende voranbringen wollen, sind wir alle gefragt“, betont Böhmer. „Dafür müssen wir die Weichen im Bildungssystem so stellen, dass auch alle ihren Beitrag leisten und nachhaltig handeln“, macht die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission deutlich. „Bildung für nachhaltige Entwicklung ist Bildung für Verantwortung und Engagement.“

Über die Lerninhalte hinaus, müsse Nachhaltigkeit auch im Alltag von Bildungseinrichtungen künftig eine größere Rolle spielen. Besondere Bedeutung misst der Mannheimer Appell dem ganzheitlichen Whole-Institution-Approach bei. Demnach kann Nachhaltigkeit dort am besten vermittelt werden, wo Schulen und Universitäten selbst verantwortungsvoll handeln, bewusst mit Energie und Ressourcen umgehen, oder auf lokale Produkte zurückgreifen.

Netzwerk für nachhaltige Entwicklung

Auch in ihrem eigenen Netzwerk wird die Deutsche UNESCO-Kommission BNE in den kommenden Jahren weiter stärken, erklärt Böhmer: „Die UNESCO-Lehrstühle, unser Projektschulnetzwerk, aber auch die Welterbestätten, Biosphärenreservate und Geoparks haben Leuchtturmfunktion. Mit ihnen wollen wir gemeinsam zeigen, was Bildung für die Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen leisten kann.“

Die UNESCO-Auftaktkonferenz des Programms „ESD für 2030“ findet auf Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Juni 2020 in Berlin statt. Das Treffen liefert Impulse, um BNE in Bildungspolitik und -praxis weiter zu stärken.

Hintergrund

Nachhaltige Entwicklung bedeutet Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt zu verwirklichen. Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich ihre eigenen Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 der Vereinten Nationen und dem UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (2015–2019) ist die Umsetzung von BNE als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben. Deutschland beteiligt sich mit dem Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung, der im Juni 2017 von der Nationalen Plattform BNE verabschiedet wurde.

Weiterführende Informationen

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission vom 28.06.2019