Nachhaltigkeit / Kinder- und Jugendpolitik

DBJR nimmt Stellung zur Agenda 2030: Nachhaltigkeitsstrategie ist nicht nachhaltig

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Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) kritisiert in einer Stellungnahme die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie. Die zentralen Elemente des friedlichen Zusammenlebens kämen nicht auf, die Interessen von Kindern und Jugendlichen würden nicht berücksichtigt. Die Vereinten Nationen hatten im Jahr 2015 17 Sustainable Development Goals (SDG) beschlossen und eine Agenda 2030 auf den Weg gebracht.

Die Bundesregierung hat Anfang des Jahres eine Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht. Dazu erklärt Vorstandsmitglied Dominik Naab: "Aus der Perspektive junger Menschen und künftiger Generationen bleibt die Strategie auch in ihrer Neuauflage eine Enttäuschung. Die Bundesregierung gießt die wegweisenden Sustainable Development Goals (SDG) wie eine Soße über ihre alte Strategie und gliedert etwas um. Sie verpasst aber die Chance zu einem neuen, ambitionierten Blick auf Deutschland und die Welt. Was uns richtig ärgert: Sie vergisst vollkommen die Interessen und Ideen junger Menschen."

Zentrale Elemente des friedlichen Zusammenlebens

Der DBJR hat in einer Stellungnahme Beispiele genannt, die in der Strategie gar nicht oder viel zu kurz gedacht sind. Beim SDG 16 (Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen) trifft die Regierung zum Beispiel keine Aussagen, wie sie eine friedliche und inklusive Gesellschaft in Deutschland schaffen will. Kein Wort zum Ausbau der Beteiligung, zum Engagement gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit, zum Aufbau einer vielfältigen und solidarischen Gesellschaft – aus Sicht junger Menschen zentrale Elemente eines friedlichen Zusammenlebens.

Kinder und Jugendliche tauchen nicht auf 

Defizite gibt es noch mehr in der Strategie: Kinderrechte bleiben unberücksichtigt, ein engagiertes Eintreten gegen Kinder- und Jugendarmut fehlt, jugendgerechte Mobilitätskonzepte tauchen nicht auf, Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung werden nicht beschrieben. Ein kleiner Lichtstreif: Endlich werden die Vorteile der nonformalen Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen anerkannt. Dominik Naab erklärt: "Alles in allem bleibt aus Sicht junger Menschen und künftiger Generationen noch ein weiter Weg zu einer Nachhaltigkeitsstrategie, die nicht nur fortgeschrieben, sondern wirklich neu geschrieben wird und Akzente setzt."

Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung

Seit 2002 veröffentlicht die Bundesregierung eine Nachhaltigkeitsstrategie. Sie wurde über die Jahre in großen Zeitabständen weiterentwickelt. Nachdem die Vereinten Nationen im Jahr 2015 weltweit 17 Sustainable Development Goals (SDG) beschlossen und eine Agenda 2030 auf den Weg gebracht haben, kündigte auch die Bundesregierung eine Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie an. Sie wurde vom Bundeskabinett im Januar 2017 beschlossen.

Quelle: Deutscher Bundesjugendring vom 07.02.2017

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