Nachhaltigkeit / Kinder- und Jugendpolitik

Bundestag: Austausch mit Schülern über Fairtrade

arbeitender Junge
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Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung hat sich bei einem öffentlichen Fachgespräch zum Thema "Fairtrade und Nachhaltigkeit" mit Schülern aus fünf verschiedenen Schulen ausgetauscht. Die Jugendlichen zwischen 12 und 22 Jahren stellten ihre Projekte in Sachen Fairtrade und Nachhaltigkeit vor.

Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung hat sich bei einem öffentlichen Fachgespräch zum Thema "Fairtrade und Nachhaltigkeit" mit Schülern aus fünf verschiedenen Schulen ausgetauscht. Dabei stellten Schüler des Gymnasiums Grafing (Bayern), des Stein-Gymnasiums in Stein (Bayern), der Berufsbildenden Schule Sophie Scholl in Bremerhaven, des Ludwig-Meyn-Gymnasiums in Uetersen (Schleswig-Holstein) und der Städtischen Maria Montessori-Gesamtschule in Düsseldorf im Alter zwischen zwölf und 22 Jahren die an ihrer jeweiligen Schule laufenden Projekte in Sachen Fairtrade und Nachhaltigkeit vor.

Anerkennung und Unterstützung des Engagements 

Bei der anschließenden Fragerunde erkundigten sie sich nach den Aktivitäten des Bundestags in Sachen Fairtrade. Zugleich forderten sie eine bessere Anerkennung und stärkere Unterstützung ihres Engagements und sprachen sich für mehr gesetzliche Aktivitäten zum Schutz des Regenwaldes und beim Kampf gegen Kinderarbeit auf Kakaoplantagen aus.

Mit Blick auf die Forderung nach einem verstärkten Kampf gegen illegalen Holzhandel verwies Andreas Lenz (CSU) auf das in Deutschland geltende Holzhandelssicherungsgesetz. Auf den Einwand, die Importe würden nicht ausreichend kontrolliert, sagte er, die Mittel für die Kontrollen würden im kommenden Jahr erhöht. Was den Bundestag selber angeht, so Lenz, sei darauf geachtet worden, dass nur nachhaltig produziertes Holz verbaut wurde.

Vernetzung auf kommunaler Ebene 

Carsten Träger (SPD) machte deutlich, dass Fairtrade schon jetzt mit Bundesmitteln aus dem Haushalt des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt werde. Man sollte über eine Evaluierung des Mittelabflusses nachdenken, fügte er hinzu. Fairtrade, so Träger, müsse aber zuallererst eine Bewegung werden, "die von unten wächst". Daher müsse eine bessere Vernetzung der Engagierten auf kommunaler Ebene angestoßen werden.

Ihre Erfahrung sei, dass die Politik vor Ort nicht immer wahrnehme, was die Schüler im Bereich Fairtrade und Nachhaltigkeit leisten, sagte Birgit Menz (Die Linke). Es fehle an Wertschätzung, obwohl es doch so wichtig sei, dass Schüler motiviert werden andere Schüler für Fairtrade zu begeistern. Was die Rolle der Politik angeht, so sagte Menz, fairer Handel könne nicht nur auf Freiwilligkeit basieren. "Wir brauchen gesetzliche Regelungen, die dann auch umgesetzt werden", sagte sie.

Wertschätzung und Begeisterung 

Es gebe viele Ideen im politischen Bereich, die sich mit den Ideen der Schüler decken würden, sagte Valerie Wilms (Bündnis 90/Die Grünen). Dass politisch umzusetzen könne manchmal aber auch eine oder mehrere Wahlperioden dauern. Gleichwohl dürfe niemand den Mut verlieren, forderte Wilms. Wenn man feststellen kann, dass es bei Lebensmittel-Discountern inzwischen "jede Menge fair gehandelten Produkte gibt", sei das durchaus ein Fortschritt, befand sie.

Beim Thema Kinderarbeit seien sich alle Parlamentarier im Bundestag einig, dass man dagegen ankämpfen muss, betonte der Vorsitzendes des Parlamentarischen Beirates für nachhaltige Entwicklung, Andreas Jung (CDU. Als nationaler Gesetzgeber stoße man dabei allerdings an Grenzen, wenn es um internationale Sachverhalte gehe. Erreichbar sei eine Verbesserung nur durch internationale Kooperation, was auch der Ansatz der Bundesregierung sei, sagte Jung.

Quelle: Heute im Bundestag vom 15.12.2016

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