Sie sind hier: Startseite  Im Fokus  Migration

Migration / Sozialpolitik

Potenziale der Berufsausbildung für Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte

Ein afrikanischaussehender Jugendlicher sitzt mit einem anderen Mann am Tisch und sie schütteln sich freudig zum Abschluss des Gesprächs die Hand
Bild: © Daniel Ernst - fotolia.com

Wie lässt sich der Anteil von Jugendlichen aus Familien mit Einwanderungsgeschichte bei der Berufsausbildung in Berlin erhöhen? Dies war das Thema des JahresforumExtra „Vielfalt in der Ausbildung“ Ende 2016. Hochaktuell sind die Botschaften und Ergebnisse, die nun zusammengefasst in einer Broschüre vor allem an die fachlich-politische Öffentlichkeit adressiert ist.

„Ausgrenzung vermeiden und zugleich die Teilhabe fördern“, ist die Aufforderung des Integrationsbeauftragten Andreas Germershausen. Denn für die Berliner Integrationspolitik ist und bleibt die Verbesserung von Optionen für Bildung und Beruf für Jugendliche aus Familien mit Einwanderungsgeschichte ein wichtiges Ziel. Auch wenn sich ihr Anteil bei der Berufsausbildung stetig und erheblich erhöht hat, bleibt dieser immer noch weit hinter ihrem Gewicht in den entsprechenden Altersgruppen der Berliner Bevölkerung zurück.

Stärkere Öffnung – Vielfalt in der Ausbildung

Um den Anteil zu erhöhen, müssen sich aber auch die ausbildenden Betriebe öffnen – das heißt, diese Vielfalt muss betrieblich gewollt sein. Immer noch scheitern bei Auswahlverfahren der Betriebe regelmäßig junge Leute, die für eine Ausbildung motiviert sind, aber dem überkommenen Bild, was sie an Kenntnissen und Verhaltensweisen schon mitbringen müssten, nicht entsprechen. Unter anderem um diese Problematik ging es in einer Forumsveranstaltung unter dem Titel „Vielfalt in der Ausbildung”, die der Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative am 14. und 15.12.2016 in der Werkstatt der Kulturen in Berlin durchgeführt hat.

Unter den fast 100 Teilnehmenden waren viele Berliner Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Betrieben, Verbänden und Wissenschaft. Die zahlreichen fachlichen Beiträge stellen heraus, dass das berufliche und gesellschaftliche Teilhabe-Potenzial, das die Berufsausbildung vom Grundsatz her bereithält, ausgebaut und stärker genutzt werden muss.

Drei vorrangige Handlungsfelder

Die aus der Tagung resultierenden drei vorrangigen Handlungsfelder bleiben bis heute aktuell. Diese Felder müssen prioritär gestaltet werden, um positiv im Sinne einer Öffnung von Ausbildung für jene zu wirken, die bislang abseits gestanden haben:

  • Werbung, Ansprache und eine systematische Abfolge von Betriebspraktika müssen sich an der tatsächlichen Vielfalt orientieren,
  • Auswahlverfahren und Einstellungsentscheidungen müssen unter dem Gesichtspunkt der Öffnung von Zugangschancen überprüft und verändert werden,
  • das Lernen in der Berufsausbildung muss pädagogisch auf Vielfalt ausgerichtet werden; insbesondere auch im Sinne einer Neujustierung der pädagogischen Kooperation zwischen den Lernorten Betrieb und Berufsschule.

Dokumentation abrufen

Der Autor der 28-seitigen Broschüre ist Dr. Wilfried Kruse, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative. Erschienen ist die Dokumentation „Alle mit dabei? Potenziale der Berufsausbildung für Jugendliche aus Einwandererfamilien“ sowie die Dokumentation der Facharbeitsgruppen auf der Kommunalen Koordinierungsseite der Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative und ist dort verfügbar.

Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales vom 21.03.2019

Info-Pool