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Migration / Sozialforschung

DFG-Tagung in Essen: Migration – Sprache – Identität

Vier Menschen sitzen an einem Tisch in einer Besprechung
Bild: rawpixel.com

Wie viel Mehrsprachigkeit ist in einer Gesellschaft möglich? Wird Einsprachigkeit von den Medien konstruiert? Wie gelingt es Zugewanderten, ihre mitgebrachte Kultur und die des aufnehmenden Landes zu leben, und werden sie an Entscheidungen in ihrer neuen Heimat beteiligt? Fragen wie diese werden auf der internationalen Tagung „Approaches to migration, language and identity“ (AMLI) diskutiert. Sie wird federführend von der Universität Duisburg-Essen organisiert und findet vom 19. bis 21. September statt.

Einer der Vortragenden ist UDE-Professor Andreas Niederberger. Er stellt Forschungsansätze vor, die eine gemeinsame Sprache als Voraussetzung betrachten, um an öffentlichen Diskursen und politischen Entscheidungen teilzuhaben. Er stellt sie solchen Konzepten gegenüber, die Mehrsprachigkeit berücksichtigen und lotet dabei Möglichkeiten und Grenzen aus.

Professor Piet Van Avermaet (Ghent) aus Belgien analysiert hingegen, wie die Forderung nach einer ‚offiziellen Sprache’ in vielen Ländern strategisch genutzt wird, um den Zuzug zu beschränken: „Die Sprachen von Immigranten werden unterbewertet, oft kritisiert. Anstatt die multilingualen Fähigkeiten als Chance zu sehen, werden sie als Hindernis für die soziale Integration gewertet.“. Bevor der Aufnahmeantrag bewilligt wird, findet ein Sprachtest statt.

Mehrsprachige Erziehung

Professorin Elizabeth Lanza (Oslo) befasst sich mit mehrsprachiger Erziehung im digitalen Zeitalter. Viele transnationale Familien sehen es als wichtig an, ihre Kinder zwei- oder mehrsprachig aufwachsen zu lassen, und suchen hierzu Rat in Eltern-Blogs und -Vlogs. Diese multilingualen Online-Medien enthalten nicht nur Erziehungstipps, wird Lanza zeigen, sondern sagen einiges über sprachliche Ideologien und die Konstruktion von Identitäten aus.

In verschiedenen Workshops werden zudem Themen wie Familiensprachen, die Inklusion von schulpflichtigen Zugewanderten und historische Aspekte von Migration diskutiert.

Die Konferenz richtet sich an Geistes-, Bildungs- und Sozialwissenschaftler und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Organisiert wird sie vom Interdisziplinären Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung der UDE sowie von der Technischen Universität Dortmund.

Anmeldung

Die internationale Tagung „Approaches to migration, language and identity“ (AMLI) findet vom 19. bis 21. September im Essener Haus der Technik statt.

Anmeldungen sind online noch möglich.

Quelle: Universität Duisburg-Essen (UDE) vom 10.09.2019

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