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Kinderschutz / Kindheitsforschung

ZI: Studie zum Sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester

Vatikan
Bild: sebo106 / pixabay.com

Das Forschungsprojekt „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ wird von einem interdisziplinären Forschungskonsortium durchgeführt und vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) geleitet.

Am 28. August 2013 hat der Verband der Diözesen Deutschlands als Drittmittelförderer das Forschungsprojekt „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ ausgeschrieben. In einem kompetitiven Bewerbungsverfahren wurde einem interdisziplinären Forschungskonsortium, das von Prof. Dr. Harald Dreßing vom ZI in Mannheim als Verbundkoordinator geleitet wird, der Auftrag zur Durchführung des Projektes erteilt.

Neben dem ZI (Prof. Dr. Harald Dreßing, Prof. Dr. Hans-Joachim Salize) sind das Kriminologische Institut der Universität Heidelberg (Prof. Dr. Dieter Dölling, Prof. Dr. Dieter Hermann), das Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg (Prof. Dr. Dr. Andreas Kruse, Prof. Dr. Eric Schmitt) und der Lehrstuhl für Kriminologie der Universität Gießen (Prof. Dr. Britta Bannenberg) Mitglieder dieses Forschungskonsortiums. Ziel der auf dreieinhalb Jahre angelegten Studie ist es, den sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche sowohl für die Betroffenen, als auch für die Öffentlichkeit so transparent wie möglich aufzuarbeiten. Im Rahmen eines modularen Projektablaufs sollen dabei nicht nur Daten aus Kirchenarchiven ausgewertet werden, sondern es werden auch externe Datenquellen einbezogen, die eine vergleichende Analyse mit anderen Formen des institutionellen Missbrauchs ermöglichen. Die Erfahrungen der Opfer sollen schon bei der Entwicklung der Forschungsinstrumente aber auch bei der Interpretation der Ergebnisse durch die Einrichtung eines Beirats von Anfang an mit einbezogen werden. Die vielfältigen Facetten der Thematik sollen darüber hinaus durch semistrukturierte Interviews mit Opfern, Tätern und Kirchenverantwortlichen aufgearbeitet werden. Der vorliegende Forschungsansatz wird durch die Berücksichtigung von voneinander unabhängigen Erkenntnisquellen und Perspektiven eine umfassende Analyse des sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche ermöglichen und der Frage nachgehen, ob es spezifische Strukturen und Dynamiken innerhalb der katholischen Kirche gibt oder gegeben hat, die Missbrauchsdelikte gefördert haben.

Weitere Informationen: www.zi-mannheim.de

Quelle: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit vom 24.03.2014

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