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Kinderschutz / Hilfen zur Erziehung

Zehn Jahre NZFH: Kindern ein gesundes Aufwachsen ermöglichen

Mutter spielt mit ihrem Kind
Bild: © Oksana Kuzmina - fotolia.com

Das Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) besteht seit zehn Jahren. Es unterstützt die Kooperation unterschiedlicher Disziplinen, erforscht die Bedürfnisse von Familien und sorgt für Wissenstransfer und Unterstützung der Fachpraxis.

Gravierende Fälle von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, wachsende Kosten in der Kinder- und Jugendhilfe sowie eine auffällige Zunahme von psychischen Erkrankungen bei Kindern waren vor zehn Jahren Anlass, den Kinderschutz in Deutschland zu überdenken: vom reaktiven Handeln hin zur Prävention. Familiäre Belastungen sollten künftig frühzeitig erkannt, passgenaue Unterstützungsangebote bereitgestellt und die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe verbessert werden.

Um diese Entwicklungen zu fördern, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2007 das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) eingerichtet. Es basiert auf der Kooperation der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI). Das NZFH unterstützt seitdem die Kooperation der unterschiedlichen Disziplinen, erforscht die Bedürfnisse der Familien und sorgt für Wissenstransfer und Unterstützung der Fachpraxis.

Wichtiger Partner für Bund, Länder und Kommunen

„Das NZFH ist in Deutschland ein wichtiger Partner für Bund, Länder und Kommunen, wenn es um gute Entwicklungsbedingungen für Säuglinge und Kleinkinder geht. Ab 2018 wird der Bund mit der Bundesstiftung Frühe Hilfen eine dauerhafte Grundlage für den präventiven Kinderschutz schaffen. Das NZFH hat auch in der Stiftung einen festen Platz. Jeder Cent der 51 Millionen Euro, der in den Auf- und Ausbau der Netzwerke Frühen Hilfen und die psychosozialen Unterstützung für Familien geht, ist sinnvoll angelegtes Geld“, sagt Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley.

Frühere und passgenauerer Unterstützung für Familien in belastenden Lebenslagen

„Heute erhalten Familien in belastenden Lebenslagen deutlich früher und passgenauer Unterstützung als noch vor zehn Jahren“, bilanziert Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, in der das NZFH seinen Sitz hat. „Flächendeckende Netzwerke Früher Hilfen sind etabliert, zahlreiche Akteure von Bund, Ländern und Kommunen haben daran mitgearbeitet. Jetzt ist es wichtig, den systemübergreifenden Ausbau und die Qualitätsentwicklung der Frühen Hilfen noch weiter voranzubringen.“

Prof. Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin am DJI, erklärt: „Ein wichtiger Erfolgsfaktor sind die fundierten Erkenntnisse, die wir durch unsere Forschung erhalten haben. Wir wissen inzwischen viel besser, welche Unterstützung die Familien benötigen, wie wir sie erreichen können und wie die Angebote gestaltet sein müssen, damit sie von den Familien angenommen werden.“

Über das Nationale Zentrum Frühe Hilfen

Fachliche Anerkennung erhielt das NZFH schon nach kurzer Zeit: 2008 wurde es durch einen gemeinsamen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin beauftragt, eine Plattform für den regelmäßigen Erfahrungsaustausch einzurichten, um aus problematischen Kinderschutzverläufen zu lernen und Defizite im Kinderschutz zu identifizieren.

Mit dem Anfang 2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetz erweiterten sich die Aufgaben erneut. Das NZFH übernahm die inhaltliche Umsetzung und Koordinierung der Bundesinitiative Frühe Hilfen auf Bundesebene, begleitet und evaluiert den Strukturaufbau in den Ländern und Kommunen und unterstützt den länderübergreifenden Austausch über Qualifizierungs- und Qualitätsentwicklungskonzepte.

Fachlich beraten wird das NZFH dabei von einem Beirat, dem derzeit 43 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Fachpraxis angehören. In zahlreichen Publikationen, auf Fachveranstaltungen und auf der Internetseite www.fruehehilfen.de veröffentlicht das NZFH die Ergebnisse seiner Arbeit und bietet Fachkräften durch Angebote zum Fachaustausch und durch Arbeitsmaterialien Unterstützung.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 13.07.2017

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