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Sachsen-Anhalt

Ressortübergreifender Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch

Fünf Menschen legen ihre Hände übereinander
Bild: rawpixel.com

In Umsetzung des entsprechenden Kabinettsbeschlusses wird in Sachsen-Anhalt eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Leitung des Kinder- und Jugendbeauftragten Holger Peach zum Thema Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch gebildet. Ihre Konstituierung ist noch vor der Sommerpause geplant.

„Ziel ist ein ressortübergreifender Masterplan Sachsen-Anhalts zur Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt. Ich weiß, dass wir auf vielen Ebenen Einiges erreicht haben. Und doch bleibt der Kampf gegen Kindesmissbrauch eine permanente Herausforderung – bundesweit und auch in Sachsen-Anhalt. Wir dürfen nicht nachlassen. Nichts darf unversucht bleiben, um Kinder und Jugendliche besser vor Übergriffen zu schützen. Gut allein reicht da nicht. Wir müssen besser werden“, so der Kinder- und Jugendbeauftragte Holger Peach.

Themenfelder der interministeriellen Arbeitsgruppe

Paech nannte drei Hauptthemenfelder, zu denen er eine Verständigung mit den Ressorts anstrebt. „Erstens geht es um Prävention und die Frage, wie Kinder und Jugendliche selbst sowie alle Fachkräfte noch besser stark gemacht werden können, um sexualisierte Gewalt zu erkennen und adäquat zu agieren. Gerade Fachkräfte dürfen keine Unsicherheiten zeigen – das gilt für die Kinder- und Jugendhilfe, den Behindertenbereich und die Schule ebenso wie für alle Ehrenamtlichen im Sport, bei der Feuerwehr und in den Kunst-Vereinen.“ Weiterhin sollen Opfer-, Hilfs- und Beratungsangebote dahingehend untersucht werden, ob sie dem Erfordernis auf niedrigschwellige Hilfe und Begleitung entsprechen. Anspruch müsse sein, dass Opfer von sexualisierter Gewalt bestmögliche Unterstützung erhalten. Der dritte Themenschwerpunkt behandelt die Themenfelder Intervention, Ermittlungsdruck und Bestrafung.

Ausstellung „ECHT MEIN RECHT“ der Hochschule Merseburg

Die Ausstellung „ECHT MEIN RECHT“ der Hochschule Merseburg zum Thema sexualisierte Gewalt gegen Menschen mit Lernschwierigkeiten ist ein Beispiel für Präventionsarbeit. Die Besucher werden mitgenommen auf eine Reise durch das Erwachsenwerden, die von Pubertät, dem ersten Verliebtsein, Sex und Verhütung handelt. Ebenso thematisiert werden sexualisierte Gewalt sowie mögliche Gefahren in den sozialen Medien. Finanziert wird das Projekt durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt. Schulen sowie Einrichtungen für Kinder und Jugendliche können die Ausstellung von der Hochschule Merseburg ausleihen. Dazu gibt es auch ein Fortbildungsangebot für Fachkräfte sowie Material, welches für Elternversammlungen genutzt werden kann.

Weiterführende Informationen zur Ausstellung sowie Ansprechpartner/-innen sind auf den Internetseiten der Hochschule Merseburg zu finden.

Hintergrundinformationen

Laut Daten der polizeilichen Kriminalitätsstatistik wurden im Jahr 2020 in Sachsen-Anhalt 572 Kinder Opfer eines sexuellen Missbrauchs. 2019 waren es mit 579 Kindern in etwa ebenso viele. Bundesweit gab es 2020 etwa 14.500 gemeldete Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt vom 15.06.2021

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