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Kinderschutz / Kinder- und Jugendarbeit

Prävention sexualisierter Gewalt im Sport: Für gewaltfreies Aufwachsen sorgen

Ein Junge spielt in einer Turnhalle Basketball
Bild: rawpixel.com

Die Vollversammlung der Deutschen Sportjugend (dsj) hat das Positionspapier „Starke Partner für die Prävention von sexualisierter Gewalt im Sport“ beschlossen. Als Jugendverbände wollen die dsj und ihre Mitgliedsverbände sexueller Belästigung und Missbrauch keinen Raum geben. Sie fordern mehr Beratungsstellen, Entbürokratisierung beim erweiterten Führungszeugnis und Mittel für Forschung rund um Sportvereine.

Rund 10 Millionen Kinder und Jugendlichen sind Mitglieder in deutschen Sportvereinen. Hier werden täglich Kinder- und Jugendsportangebote gemacht und Vereinsleben gestaltet. Der organisierte Sport trägt damit Verantwortung für das Wohlergehen von vielen Engagierten und Aktiven. Dazu gehört auch der Schutz vor sexualisierter Gewalt.

Jugendverbände im Sport für mehr Kinderschutz

Die Deutschen Sportjugend (dsj) und ihre 79 Mitgliedsorganisationen machen mit einem Beschluss deutlich, dass sie ihre Verantwortung als anerkannte Träger der freien Jugendhilfe (nach § 75 SGB VIII) und als Jugendverbände (nach § 12 SGB VIII) tragen wollen und – auch über den Wirkungskreis der Kinder- und Jugendarbeit hinaus – Verantwortung in dem Anliegen, sexueller Belästigung und Missbrauch keinen Raum zu geben, übernehmen. Die dsj-Vollversammlung hat am 28. Oktober 2018 das Positionspapier „Starke Partner für die Prävention von sexualisierter Gewalt im Sport“ (PDF, 326 KB) beschlossen.

Darüberhinaus ist beschlossen, dass die dsj auf Grundlage des dsj-Stufenmodells ab 2019 die Weiterleitung öffentlicher Zuwendungen an ihre Mitgliedsorganisationen an die Umsetzung umfassender Standards zur Prävention sexualisierter Gewalt und zum Kinderschutz bindet.

Prävention durch Qualfizierung, Orientierung und Forschung

In den letzten Jahren haben sich die Jugendverbände im Sport mit der Weiterentwicklung von Präventionsmaßnahmen beschäftigt. Auf der Webseite der dsj sind dazu zu finden

  • das Qualifizierungsmodul „Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“,
  • der Handlungsleitfaden für Sportvereine zum Schutz von Kindern und Jugendlichen,
  • Listen mit Ansprechpartnern/innen in den Mitgliedsorganisationen,
  • Ergebnisse von Forschungsprojekten (Safe Sport und EU-Projekt VOICE).

Unterstützung der Gesamtverbände sowie der Politik 

Die dsj und ihre Mitgliedsorganisationen machen mit ihrem Beschluss aber auch deutlich, dass sie die klare Unterstützung ihrer Gesamtverbände benötigen sowie die der Politik. An die Sportverbände richtet sich u.a. die Forderung der verbindlichen Aufnahme des Themas „Prävention sexualisierter Gewalt und Kinderschutz“ in die Lizenzausbildungen sowie das Schaffen einer tragfähigen Regelung des Lizenzentzugs. Auch im Nachwuchsleistungs- und Spitzensport müsse die pädagogische Qualität im Training und auf Wettkampffahrten eine stärkere Rolle spielen.

An die Politik richtet sich der Beschluss mit der Forderung nach Fördermitteln für Sportverbände auf Bundes- und Landesebene, besserer finanzieller Ausstattung von Beratungsstellen, einer Entbürokratisierung des erweiterten Führungszeugnisses und weiterer Mittel für Forschung im Sport. Zuletzt wurden Forschungsanträge wieder abgelehnt.

Gesamtgesellschaftliche Aufgabe

„Mit dem Beschluss der dsj-Vollversammlung machen wir deutlich, dass wir Verantwortung übernehmen. Wir müssen für ein gewaltfreies Aufwachsen sorgen und die entsprechenden Strukturen zur Verfügung stellen. Die Prävention sexualisierter Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – kein Selbstläufer. Als Querschnittsaufgabe der Sportjugend und des Sports insgesamt sind unterstützende Rahmenbedingungen erforderlich, unter anderem eine verlässliche finanzielle Unterstützung“, sagt Jan Holze, dsj-Vorsitzender. 

Quelle: Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund e.V. (DOSB)

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