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Bremen

Neues Angebot für aufsuchende Fachberatung im Kinderschutzzentrum

Ein kleines Kind steht in einem Raum an einer Fensterfront, die vergittert ist, und schaut nach draußen
Bild: Monika Pot - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Das Kinderschutzzentrum Bremen ist mit einem neuen Angebot an den Start gegangen: Kinder und Familien, die häusliche Gewalt erleben, werden auf Wunsch auch zuhause aufgesucht und beraten. Das neue Angebot wurde auf Wunsch der Bremischen Bürgerschaft im Auftrag der Stadt Bremen entwickelt und wird von der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport finanziert.

Das Projekt ist am 18. Juni 2021 offiziell durch die fachlich zuständige Senatorin Anja Stahmann eröffnet und gleichzeitig politischen Vertreter(inne)n sowie der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

„Die Aufsuchende Fachberatung wird die Versorgung von Kindern und Jugendlichen verbessern, die Opfer oder Zeugen von häuslicher Gewalt sind“, sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann. „Kinder haben das Recht, gewaltfrei aufzuwachsen und sie brauchen ein gewaltfreies Umfeld. Viele Kinder erleben jedoch immer wieder, dass dieses Recht verletzt wird. Wir brauchen daher einen niedrigschwelligen Zugang zur Beratung. Das ist durch den aufsuchenden Charakter des neuen Angebots gewährleistet. Mit dem Kinderschutzbund haben wir einen Träger gefunden, der dazu ein überzeugendes Angebot entwickelt hat.“

Dr. Carsten Schlepper, Vorsitzender des Kinderschutzbundes, weist darauf hin, dass der Beratungsbedarf von betroffenen Kindern und Familien seit Jahren hoch ist. Auch mit Blick auf die Isolation von Kindern und Jugendlichen und der Zunahme von häuslicher Gewalt im Zuge der Coronapandemie sowie auf das große Dunkelfeld von Kindern als Betroffene häuslicher Gewalt wird deutlich, wie wichtig der Ausbau von Hilfsangeboten ist. „Die Eröffnung des neuen Angebots kommt somit genau zum richtigen Zeitpunkt. Viele Kinder und Familien brauchen jetzt akut Beratung und Unterstützung.“ Schlepper wies auch darauf hin, dass es eine neue Kooperationsvereinbarung des Kinderschutzbundes mit dem Jugendamt gibt, damit noch mehr Kinder und Familien von der aufsuchenden Arbeit des Kinderschutzzentrums profitieren können.

Das Beratungsangebot des Kinderschutzzentrums soll zukünftig nicht mehr nur in den neuen Beratungsräumen an der Schlachte stattfinden. Neben dem Besuch in den Familien werden die Berater/-innen auch in den Stadtteilen, in Schulen, Einrichtungen und weiteren Orten, an denen sich Kinder und Jugendliche sicher fühlen, tätig sein. Auch soll es ein neues Angebot in Bremen-Nord geben. „Für viele Familien ist der Weg bis in die Innenstadt weit. Beratungsangebote müssen vertraulich, flexibel und erreichbar sein. Hier sind wir gerade im Aufbau“, sagte Jana Rump, Leiterin des Kinderschutzzentrums Bremen. „Mit dem neuen Angebot möchten wir viele Menschen erreichen. Deswegen bauen wir auch unser Präventions- und Fortbildungsangebot aus. Auch Fachkräfte können sich bei Unsicherheiten oder einem Unterstützungsbedarf an uns wenden. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf“, so Jana Rump weiter.

Im Koffer, den die Berater/-innen mit in die Familien nehmen, ist auch eine Trillerpfeife für die Kinder, damit sie im Notfall auf sich aufmerksam machen können. Dies ist auch ein Symbol, das die bei der Eröffnung anwesenden Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft mitbekommen: „Kinder und Jugendliche brauchen eine Stimme, und sie brauchen Erwachsene, die sie hören“, sagte Senatorin Stahmann.

Weiterführende Informationen gibt es auf den Internetseiten des Kinderschutzbundes Bremen.

Quelle: Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport vom 18.06.2021

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